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Eine Reihe von Särgen. Für immer mehr Menschen in Deutschland ist die Beerdigung von Angehörigen zu teuer.

Sozialbestattungen

Beerdigung von Angehörigen für viele zu teuer

München - Viele Menschen in Deutschland können sich die Beerdigung ihrer Angehörigen nicht mehr leisten. Dann springen die Sozialämter ein. 2012 haben sie dafür fast 60 Millionen Euro gezahlt.

Viele Menschen in Deutschland können sich die Beerdigung ihrer Angehörigen nicht mehr leisten. Im Jahr 2012 erstatteten die Sozialämter 22.636 Menschen die Kosten für die Beerdigung von Angehörigen, wie der SWR am Donnerstag unter Berufung auf Angaben des Statistischen Bundesamtes auf eine Anfrage der Linken berichtete. Die Ausgaben beliefen sich demnach auf 57,45 Millionen Euro.

Linken-Fraktionsvize Sabine Zimmermann wertete dies als Beweis für zunehmende Armut in Deutschland. Im Vergleich zum Vorjahr seien die Zahlen zwar leicht zurückgegangen, langfristig aber deutlich gestiegen: "Im Vergleich zum Jahr 2006 haben wir einen enormen Anstieg." Die Anzahl der Erstattungen habe um fast 8.700 Fälle zugenommen. Die Ausgaben seien in diesem Zeitraum um 39 Prozent gestiegen (plus 16,14 Millionen Euro).

"Es ist beschämend, dass in vielen Fällen die Sozialämter die Kosten der Bestattung von armen Menschen für die ebenso armen Hinterbliebenen übernehmen müssen", sagte Zimmermann. "Hier spiegelt sich der sich ausbreitende Niedriglohnsektor, der ergänzende Bezug von Hartz IV-Leistungen und auch die zunehmende Altersarmut wider." Zugleich kritisiert die Linken-Politikerin, dass es in den Kommunen keine einheitlichen Vorgaben gebe, welche Leistungen zu einer "Sozialbestattung" gehören.

Kommunen zahlen unterschiedliche Leistungen

Die Handhabung in den Kommunen unterscheidet sich nach SWR-Recherchen zum Teil deutlich. Zu den Leistungen, die bezahlt werden, gehört demnach etwa ein schlichter Sarg und einfacher Blumenschmuck. Nicht alle Kommunen finanzieren aber auch ein Holzkreuz oder einen kleinen Grabstein. In Berlin etwa bleibt es nach Angaben von Bestattern bei einem kleinen Namensschild aus Plastik. In der Regel nicht übernommen werden die Kosten für eine Traueranzeige oder für die dauerhafte Grabpflege.

Kommunen sehen sich vor enorme finanzielle Probleme gestellt. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) bestätigte die Entwicklung. Verbandssprecherin Ursula Krickl sagte dem SWR: "Wir haben teilweise Großstädte wie Berlin, aber auch Lübeck, da beträgt der Anteil der Sozialbestattungen annähernd zehn Prozent." Der Trend werde sich sicher noch fortsetzen. "Das wird die Kommunen vor enorme finanzielle Probleme stellen", sagte Krickl.

AFP

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