Spätere Rente: SPD diskutiert Sonderregelungen

- Berlin - Die SPD erwägt bei der Einführung der Rente mit 67 Sonderregelungen für besonders belastete Berufe. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident und SPD-Vize Kurt Beck sagte: "Ich kann einen Dachdecker mit 67 nicht mehr auf dem Dach arbeiten lassen."

Auch für Krankenschwestern und andere Schichtarbeiter müsse es differenzierte Lösungen geben. Ähnlich äußerte sich die Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses des Bundestags, Edelgard Bulmahn (SPD). Beck hält dabei Ausgleichszahlungen des Staates oder spezielle Tarifvereinbarungen für möglich. "Wir dürfen nicht den Menschen, die besonders hart und gefährdet arbeiten, zum Schluss die Rente kürzen", sagte Ministerpräsident Beck der "Bild am Sonntag".

Unterdessen rückt die Altersteilzeit, mit der viele Unternehmen ihre Mitarbeiter früher in Rente schicken können, in den Mittelpunkt der Diskussion: Das neue Altersteilzeitmodell bei VW ist bei den Arbeitgebern auf Kritik gestoßen. Bei VW werde "Beschäftigungsabbau auf dem Rücken aller gemacht", sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes Niedersachsenmetall, Dietrich Kröncke, der "Neuen Presse Hannover". Altersteilzeit werde schließlich auch mit Mitteln der Arbeitslosenversicherung finanziert.

Das VW-Modell sieht vor, dass zusätzlich rund 7000 VW-Beschäftigte in den sechs westdeutschen Werken vorzeitig aus dem Arbeitsleben aussteigen können - bestimmte Mitarbeiter bereits mit 58,5 Jahren. IG-Metall-Bezirkschef Hartmut Meine sprach von einem "Kontrapunkt" zur Rente mit 67 und plädierte für weitere Modelle nach VW-Art. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Daimler-Chrysler, Erich Klemm, sprach sich gegen die Abschaffung der Frühverrentung aus: "Die Altersteilzeit auslaufen zu lassen oder vorzeitig zu beenden, wäre sträflich", sagte er.

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