+
Der Katalonien-Konflikt droht Spanien zu spalten und könnte sich auch negativ auf die Wirtschaft auswirken. Foto: Santi Palacios/AP/dpa

Haushaltsplan

Madrid erwartet Wachstumsdelle wegen Katalonien-Konflikts

Die Spannungen zwischen der Zentralregierung und der abtrünnigen Region dämpfen die Konjunkturerwartungen für das kommende Jahr. Regierungschef Rajoy warnt Katalonien vor einer Rezession.

Madrid (dpa) - Die Unsicherheit über die Zukunft der spanischen Wirtschaftsregion Katalonien bleibt aus Sicht der Regierung nicht ohne Folgen für die Konjunktur des Landes.

Die Regierung in Madrid korrigierte ihre Wachstumserwartung für das kommende Jahr von 2,6 auf 2,3 Prozent nach unten. Dies geht aus dem neuen Haushaltsplan des Wirtschaftsministeriums für die EU-Kommission in Brüssel hervor.

In dem Schreiben begründet die Regierung ihre neue Einschätzung mit "einer leichten Eindämmung der Binnennachfrage, die sich aus den negativen Auswirkungen der Unsicherheit ergibt, die mit der derzeitigen politischen Situation in Katalonien verbunden ist". Eine Fortsetzung der Krise oder die Unabhängigkeit Kataloniens hätte noch weit größere Auswirkungen, sagte am Dienstag die Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, Irene Garrido. Dies werde aber nicht eintreten.

Ministerpräsident Mariano Rajoy warnte am Montag in einem Brief an den katalanischen Regierungschef Carles Puigdemont, "die enorme wirtschaftliche Ungewissheit" sei ein Risiko für den Wohlstand der Bürger. Wenn sich diese fortsetze, bestehe die Gefahr, dass Katalonien in eine Rezession stürzen könnte. Auf die Region entfällt etwa ein Fünftel der Wirtschaftsleistung in Spanien.

Im laufenden Jahr dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) allerdings etwas stärker steigen als bisher erwartet. Für 2017 geht die Regierung von einem Wachstum von 3,1 Prozent aus, nachdem sie zuletzt 3,0 Prozent erwartet hatte. Wie aus der Mitteilung weiter hervorgeht, rechnet Madrid in diesem Jahr mit einem Haushaltsdefizit von 3,1 Prozent der Wirtschaftsleistung. Im kommenden Jahr dürfte das Defizit auf 2,3 Prozent sinken. Zuvor war Madrid für 2018 von einem etwas geringeren Defizit von 2,2 Prozent ausgegangen. Außerdem erwartet die spanische Regierung, dass sich die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter verbessern wird.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

VW-Betriebsratschef will Emder Werk ausgelastet sehen
Stadtgeländewagen werden immer beliebter - vor allem Limousinen geraten unter Druck. Das merkt auch der Branchenriese Volkswagen. Betriebsratschef Osterloh sorgt sich um …
VW-Betriebsratschef will Emder Werk ausgelastet sehen
Ratingagenturen stufen Kreditwürdigkeit der Türkei herab
Die Türkei steckt in einer Finanzkrise. Die könnte sich verschärfen nach nochmals schlechteren Noten maßgeblicher Bonitätswächter. Was wiederum Einfluss auf die Kosten …
Ratingagenturen stufen Kreditwürdigkeit der Türkei herab
Griechenland-Hilfen: EU-Kommissar zieht kritische Bilanz
Brüssel (dpa) - Kurz vor dem Ende der Euro-Rettungsprogramme für Griechenland hat EU-Kommissar Pierre Moscovici Kritik an der Rolle der europäischen Institutionen …
Griechenland-Hilfen: EU-Kommissar zieht kritische Bilanz
Chinas Vormarsch: Staatssekretär für europäische Allianzen
Chinesische Investoren greifen zunehmend nach deutschen Hightech-Firmen - der Bund will nun genauer hinschauen. Wirtschafts-Staatssekretär Bareiß sagt, warum und wie …
Chinas Vormarsch: Staatssekretär für europäische Allianzen

Kommentare