Spaniens Regierung gegen Endesa-Übernahme

- Madrid - Die Madrider Regierung ist gegen eine Übernahme des spanischen Energieversorgers Endesa durch den E.ON-Konzern. Dies teilte Ministerpräsident José Luis Rodr¢guez Zapatero dem E.ON-Chef Wulf Bernotat in Madrid mit. Wie der spanische Rundfunk am Mittwoch berichtete, hatte Bernotat den sozialistischen Regierungschef am Vorabend im Moncloa-Palast über das E.ON-Angebot in Höhe von 29,1 Milliarden Euro für den Kauf des größten spanischen Energiekonzerns unterrichtet.

Zapatero betonte, seine Regierung trete dafür ein, dass das wichtigste Unternehmen des Landes in dem Schlüsselsektor der Energiewirtschaft auch in Zukunft in spanischer Hand bleiben werde. Allerdings ließ der Regierungschef nach diesen Angaben offen, ob und wie Madrid eine Übernahme Endesas verhindern will.

Der Vorstand des spanischen Konzerns bezeichnete die Höhe des Angebots als nicht ausreichend. Die Offerte spiegele den tatsächlichen Wert Endesas nicht angemessen wider, erklärte die Endesa-Führung am Dienstagabend. Positiv sei jedoch, dass E.ON in bar bezahlen und keine Endesa-Aktiva veräußern wolle. Dies erlaube es den Aktionären, die Offerte präzise zu studieren und mache es ihnen leichter, eine Entscheidung zu treffen.

Gemeinsam kämen E.ON und Endesa auf ein Umsatzvolumen von rund 75 Milliarden Euro. Das Unternehmen würde mehr als 50 Millionen Kunden versorgen und über 107 000 Mitarbeiter beschäftigen. Ob die Übernahme zu Stande kommt, hängt nicht nur von einer Zustimmung des Endesa-Managements und der Aktionäre des Energieversorgers ab, sondern auch von den Wettbewerbsbehörden und vom spanischen Staat, der mit einer "goldenen Aktie" den Deal verhindern könnte.

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