In Flughafen-Nähe: Auto bricht durch Leitplanke - Stau in beide Richtungen

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Spenden – etwa an einen Fußballverein – können das Einkommen mindern. Foto: Fotolia

Spar-Endspurt: Noch 26 Tage

München - Es sind nur noch wenige Wochen bis Jahresende. Geldangelegenheiten, die noch 2011 erledigt werden sollten, drängen. Wer jetzt handelt, kann hunderte von Euro sparen. In unserer Serie zeigen wir, wie das geht.

VON WOLFGANG BÜSER

Rürup-Rente

Vor allem Selbstständige und gut verdienende Arbeitnehmer können „rürupen“ - in Form einer privaten Rentenversicherung. Die höchste steuerliche Vergünstigung für 2010 ergibt sich bei einer Einzahlung von 20 000 Euro (für Ehepaare: 40 000). 70 Prozent davon (beim Höchstsatz also 14 000 Euro (Single) können 2010 vom steuerpflichtigen Einkommen abgezogen werden. Geringere Einzahlungen bringen entsprechend weniger Förderung.

Sparerfreibetrag

Wer seinen Geldinstituten, bei denen seine Ersparnisse liegen, keinen „Freistellungsauftrag“ eingereicht hat, dem wird die Abgeltungssteuer vom ersten Zins-Euro an den Fiskus überwiesen. Einen Teil davon kann er sich über den Steuerjahresausgleich wieder zurückholen. Einfacher aber ist es, den Freistellungsauftrag über 801 Euro (für Verheiratete: 1602) jährlich seinen Banken abzugeben. Dann werden nur die darüber hinausgehenden Zinserträge mit der Abgeltungssteuer (25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer) belegt.

Spenden

Großzügigkeit gegenüber Notleidenden oder gemeinnützig Tätigen honoriert der Fiskus: Milde Gaben können bis zu 20 Prozent vom Gesamtbetrag der Einkünfte das steuerpflichtige Einkommen reduzieren. Von 60 000 Euro Jahreseinkommen kann also das steuerpflichtige Einkommen auf 48 000 Euro gedrückt werden. Wer noch tiefer in die Spendentasche gegriffen hat, der kann den überschießenden Betrag noch mit den nächsten Steuererklärungen geltend machen. Empfänger der Spenden können der Lieblingssportverein ebenso sein wie Kirchen oder die Deutsche Krebshilfe, aber auch Wohlfahrtsorganisationen und Universitäten. Wichtig: Ohne Spendenbescheinigung der Begünstigten zeigen sich die Finanzämter im Regelfall stur. Bei Beträgen bis 200 Euro sind die Finanzbeamten aber meist nicht kleinlich: Es reichen die Überweisungsträger.

Steuererklärung

Wer für 2007 noch keine Steuererklärung abgegeben hat, der kann das noch bis Ende dieses Jahres nachholen. Das gilt für diejenigen, die nicht verpflichtet sind, sich dem Finanzamt gegenüber zu „erklären“ - die aber eine Steuerrückzahlung erwarten.

Steuerfreibetrag

Übersteigen die steuerlichen Werbungskosten 2012 voraussichtlich 1600 Euro, kann durch Eintragung eines Freibetrages auf der Steuerkarte erreicht werden, dass der Arbeitgeber 2012 weniger Steuern abzieht. Beantragt werden können zum Beispiel 30 Cent pro Kilometer für die einfache Entfernung der Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstelle.

Steuerklassen

Steht eine Kündigung und damit Arbeitslosigkeit ins Haus, so lohnt sich möglicherweise ein Wechsel der Steuerklassen zum 1. Januar 2012. Dann könnte der betreffende Ehegatte, der sich in der Steuerklasse IV oder V befindet, in die Klasse III wechseln, weil dann das Arbeitslosengeld wesentlich höher ist. Entsprechendes gilt für das Elterngeld, für dessen Berechnung aber ein komplettes Jahr angesetzt wird, was eine längerfristigere Planung nahelegt. Die für den anderen Partner ungünstigere Klasse wird dann mit der Steuererklärung ausgeglichen.

Verjährung

Wer noch Schulden von 2008 zu begleichen hat, kann darauf hoffen, dass sein Gläubiger die Frist, die am 31. Dezember 2011 abläuft, verstreichen lässt. Andererseits muss sich, wer noch Geld zu bekommen hat, beeilen, will er seinen Anspruch durchsetzen. Dafür genügt weder eine telefonische Erinnerung noch eine schriftliche Mahnung. Maßgebend sind allein ein gerichtlicher Mahnbescheid (der noch vor Neujahr 2012 zugestellt werden muss) oder direkt eine Klage. Damit kann noch 30 Jahre lang die Forderung geltend gemacht werden.

Weihnachtsfeier

Arbeitgeber können ihre Aufwendungen für eine Weihnachtsfeier als Betriebsausgabe geltend machen, wenn sie „Maß halten“. Das heißt: pro Beschäftigten maximal 110 Euro ausgeben. Sind Partner mit eingeladen, so halbiert sich der Höchstbetrag auf 55 Euro „pro Kopf“. Das heißt: Die Gesamtkosten werden durch die Anzahl der Feiernden geteilt.

Werbungskosten

Arbeitnehmern, die im Jahr 2011 - etwa mit der Pauschale von 30 Cent für jeden Entfernungskilometer für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstelle - bereits bei 1000 Euro angelangt sind, hilft jeder Euro, der zusätzlich für Werbungskosten ausgegeben wird, Steuern sparen. Das können Fachbücher sein - das Finanzamt verlangt die Angabe des Titels auf der Quittung - oder Material für das Arbeitszimmer. Die Anerkennung von Miete und Abschreibung ist zwar per Gesetz abgeschafft worden. Nachdem der Bundesfinanzhof diese rigorose Streichung für Arbeitnehmer, die im Betrieb nicht über einen eigenen Arbeitsplatz verfügen, dafür aber zu Hause betrieblich wirken, beanstandet hat, können die dadurch Begünstigten ihren Aufwand jetzt wieder - bis zu 1250 Euro im Jahr - steuerlich geltend machen. Auch eine berufliche Fortbildungsveranstaltung kann helfen, Steuern zu sparen. Nicht vergessen werden sollten die Gewerkschaftsbeiträge.

Zahnersatz

Gesetzlich Krankenversicherte können ihren Grundanspruch auf einen Zuschuss zum Zahnersatz um bis zu 30 Prozent steigern, wenn sie wenigstens einmal pro Jahr „vorsorglich“ den Zahnarzt aufsuchen. Der Grundanspruch beträgt 50 Prozent des sogenannten Festbetrages, den Zahnärzte und Krankenkassen für die jeweilige Leistung des Zahnarztes sowie des Dentallabors ausgehandelt haben. Dieser Zuschuss steigt im Jahr 2012 um 10 Punkte, also um 20 Prozent, auf 60 Prozent, wenn Zahnersatz benötigt wird und seit 2007 bis einschließlich 2011 mindestens einmal jährlich vorsorglich der Zahnarzt aufgesucht wurde. 15 Punkte plus oder 30 Prozent mehr gibt es, wenn der regelmäßige Zahnarztbesuch bereits seit 2002 lückenlos nachgewiesen werden kann. Ein 2012 angefertigter Zahnersatz, für den ein Festbetrag von 6000 Euro existiert, kann also als Kassenzuschuss 3000 Euro, 3600 Euro oder 3900 Euro einbringen. Wichtig: Wurde in einem Jahr der Doktor nicht vorsorglich konsultiert, beginnen die fünf beziehungsweise zehn Jahre neu zu laufen.

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