Wie man das Sparbuch zu Geld macht

München - Wer regelmäßig spart, kann im Laufe der Jahre ein kleines Vermögen ansammeln. Doch was, wenn das Geld auf einem Sparbuch schlummert? Wer das Guthaben besser verzinst anlegen will, kann das Geld nicht einfach überweisen. Ein Trick kann helfen.

Auf dem vor vielen Jahren angelegten Sparbuch hat sich eine hübsche Summe angesammelt. Mehrere zehntausend Euro hat der fleißige Sparer auf die hohe Kante gelegt. Allerdings ärgert er sich über die mickrigen Zinsen und will das Geld lieber auf einem Tagesgeldkonto für sich arbeiten lassen. Doch so einfach ist das gar nicht. Das Geld direkt auf ein anderes Konto überweisen kann man nicht.

Das Sparbuch steht immer noch hoch im Kurs. Rund 52 Prozent der Deutschen haben eines, wie eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts TNS Infratest im Auftrag des Verbands Privater Bausparkassen ergab. Laut Bundesbank-Statistik lagen zuletzt mehr als 500 Milliarden Euro auf deutschen Sparbüchern.

Doch Sparbücher liefern ihren Besitzern meist nur eine geringe Rendite. Laut einer Auswertung der unabhängigen Finanzberatung Max Herbst (FMH) bieten sie im Schnitt lediglich Zinsen unter einem Prozent. Einige wenige Anbieter zahlen zwar mehr als zwei Prozent.

Heute gibt es nicht mehr nur das Sparbuch aus Pappe, wie Steffen Steudel, Sprecher des Spitzenverbands Die Deutsche Kreditwirtschaft, erklärt: „Grundsätzlich gibt es zwei Varianten von Spareinlagen: zum einen das klassische gebundene Sparbuch, in das die Zinsgutschriften und Einzahlungen eingetragen werden, und zum anderen eine neuere Form, bei der der Kunde anstelle eines gebundenen Sparbuchs Kontoauszüge erhält, auf denen die Umsätze vermerkt werden.“ Bei einer weiteren Variante könne der Kunde seine Sparumsätze per Online-Banking vom heimischen Computer aus verwalten.

Für alle Formen gilt: „Spareinlagen sind nicht zum Zahlungsverkehr zugelassen“, erklärt Steudel. Und dies führt zu einem Problem, wenn man das Geld umschichten möchte, wie Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg erklärt: „Von einem Sparbuch kann man in der Regel kein Geld überweisen.“

Der Kunde müsste sich das Guthaben also auszahlen lassen und mit mehreren zehntausend Euro Bargeld in der Tasche zu seiner Hausbank gehen. Allerdings lässt sich dieser unsichere Weg vermeiden. Besonders einfach ist es, wenn der Kunde bei der Bank, die das Sparbuch führt, auch ein normales Girokonto hat. „Man kann sein Geld sofort wieder auf sein Girokonto einzahlen“, sagt Nauhauser. In der Regel werde das Sparguthaben dabei vom Sparbuch auf das Konto transferiert, ohne dass der Kunde das Geld tatsächlich in den Händen hält. Gebühren fallen dafür in der Regel nicht an.

Etwas komplizierter wird es, wenn man bei der Bank, die das Konto führt, kein Girokonto hat. „Hat man sein Girokonto bei einer anderen Bank, ist es ratsam, sich das Geld bar auszahlen zu lassen und bei seiner Bank selbst einzuzahlen“, empfiehlt Banken-Sprecher Steudel. Das bedeutet allerdings, dass man eine größere Summe Bargeld erst einmal mit sich herumschleppen muss.

Eine andere Variante besteht darin, das abgehobene Bargeld von der Sparbuch führenden Bank auf sein Girokonto bei der Hausbank überweisen zu lassen. „Die Banken verlangen dafür Gebühren“, erklärt Nauhauser. Wie hoch die Kosten sind, ist von Bank zu Bank unterschiedlich.

Die Bank kann das Geld aber auch auf das Girokonto bei der Hausbank überweisen, ohne dass das Geld zuvor an den Kunden ausgezahlt werden muss. „Es gibt die Möglichkeit, dass die Bank das über ihr allgemeines Verrechnungskonto bucht“, erklärt Markus Feck von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Auch hierfür werden aber meist Gebühren verlangt. Und außerdem sei die Bank rechtlich nicht zu dieser komfortableren Variante verpflichtet. In der Regel zeigten sich die Institute aber kulant.

Von Sebastian Knoppik

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