Sparda-Bank schmeißt vor Wahl zwei Genossen raus

- München - Die Sparda-Bank in München bleibt fest in der Hand der Eisenbahnergewerkschaft Transnet. Der Versuch, eine zweite Liste für die Vertreterwahl aufzustellen, ist vorerst gescheitert. Zwei Mitglieder, die kandidieren wollten, wurden aus der Genossenschaft der Sparda-Bank ausgeschlossen.

<P>Die beiden Ex-Genossen klagen nun gegen ihren Ausschluss. Die Sparda-Bank wirft ihnen vor, rechtswidrig das Logo der Bank verwendet und die Treupflicht gegenüber der Genossenschaft verletzt zu haben. Weiter steht in dem Protokoll der Vorstandssitzung vom 17. Januar dieses Jahres, dass sie "mit Schreiben vom 12. Februar 2003 Mitgliedern des Vorstands ein ,Kesseltreiben unterstellt und diese unter Androhung einer Strafanzeige zu nötigen versucht" hätten.<BR><BR>Nicht nur der Hinweis auf ein späteres Schreiben in dem Protokoll ist merkwürdig. Eine genaue Begründung für den Ausschluss war auch nicht vom Vorstandsvorsitzenden der Bank, Günter Grzega, zu bekommen: "Zum laufenden Gerichtsverfahren will ich mich nicht äußern." Einige Ausschlüsse im Jahr seien "ganz normal" bei 150 000 Mitgliedern.<BR><BR>Noch wortkarger gab sich Liselotte Peuker von der Gewerkschaft Transnet, die wieder in den Sparda-Aufsichtsrat gewählt wurde. "Ich gebe grundsätzlich keinen Kommentar und am Telefon gleich gar nicht", war von ihr zu hören, bevor der Hörer auf die Gabel knallte. Im "Wahlkampf" hatte sie darauf hingewiesen, dass Eisenbahner einen bestimmenden Einfluss in den Organen der Sparda-Bank haben müssten. Mit der Behauptung, die Kläger argumentierten unwahr, forderte sie die Genossen auf, ihre Unterschrift auf der alternativen Wahlliste zurückzuziehen.<BR><BR>Die ausgeschlossenen Genossen kandidierten für die Vertreterversammlung der Sparda-Bank und mussten dafür satzungsmäßig 500 Unterschriften sammeln. Bis dahin gab es nur die Wahlliste von Gewerkschaften der Bahn und des öffentlichen Dienstes, die traditionell das Gros der Kandidaten stellten. "Die wachsende Zahl der Privatkunden hatte deswegen kaum eine Möglichkeit, für die Vertreterversammlung zu kandidieren", sagte Herbert Uhl, einer der beiden Kläger.<BR><BR>Nachdem die Sparda-Bank ihren beiden Genossen die Auslage der Wahllisten in ihren Räumen untersagt hatte, sprachen diese vor den Filialen Genossenschaftsmitglieder an. Dies sorgte für erhebliche Unruhe unter Genossen und Transnet-Gewerkschaftern, von denen wohl einige um ihre Pfründe - sprich Sitze in der Vertreterversammlung der Bank - bangten. <BR><BR>Am 17. Januar, dem Tag des Ausschlusses, teilte Sparda-Vorstand und Leiter des Wahlausschusses Manfred Dauner Unterstützern und potenziellen Kandidaten den Rauswurf der beiden Listenführer mit und stellte die Ordnungsmäßigkeit ihrer Wahlliste in Frage. </P><P>Die Angeschrieben sollten erklären, ob sie ihre Unterstützung zurückziehen oder aufrecht erhalten. Angeblich hätten Uhl und sein Mitstreiter einem der ihren Angaben zufolge 1200 Unterstützern 100 Euro und ein Essen versprochen. Da der betreffende Belastungszeuge nicht vor Gericht erschien, wurde der Prozess auf nächsten Montag, 8. Dezember, verschoben.</P><P> </P><P> </P><P> </P><P> </P><P> </P><P> </P><P><BR> </P>

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