Sparen für die Ausbildung

München - Den Kindern eine gute Ausbildung mit auf den Weg geben – das wollen alle Eltern. Um die Kosten zu stemmen, lohnt es sich, rechtzeitig zu sparen. Ein Überblick.

Eine gute Ausbildung ist teuer. Im Durchschnitt benötigt ein Student 750 Euro im Monat – Studiengebühren sind noch nicht eingerechnet. Um das zu finanzieren, lohnt sich langfristiges Sparen, auch wenn man nur kleine Beträge zur Seite legen kann. Man muss auch nicht den gesamten Betrag alleine stemmen: Bafög, Stipendien oder Kredite können weitere Finanzierungspfeiler sein.

Ausbildungspolice

Beim Thema Sparen für die Ausbildung greifen viele zuerst zur Ausbildungsversicherung. „Die Kombination aus Risikoabsicherung und Sparen ist unrentabel“, warnt Annabel Oelmann, Finanzexpertin bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Ungünstig ist vor allem, dass vom monatlichen Beitrag ein Risikoanteil abgezweigt wird, der den Tod des Versicherungsnehmers vor Ende der Laufzeit absichern soll – die Police muss dann nämlich trotzdem leisten. Je älter der Versicherungsnehmer ist, desto höher ist der Risikoanteil und umso geringer der Sparanteil. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn ein Großelternteil Versicherungsnehmer ist.

Sparpläne

Dann lieber selbst etwas zur Seite legen. „Banksparen lohnt sich ab dem ersten Cent“, sagt Oelmann. „Denn man kann den Zinseszinseffekt nutzen: Alle nicht ausgezahlten Zinsen werden dem Kapital zugeschlagen und erneut verzinst.“ So kann man zum Beispiel über Tagesgeldkonten eine stattliche Summe ansparen, die man anschließend in längerfristige Sparanlagen umschichtet. Man kann ebenfalls auch mit Banksparplänen eine Summe ansparen, auch Aktienindexfondssparpläne kommen in Frage. Oder eine Mischung: „Einen Teil des Geldes kann man über einen Banksparplan ansparen, eine konservative Geldanlage mit kalkulierbarem Risiko. Einen anderen Teil investiert man in einen Aktienindexfondssparplan. So kann man Kursschwankungen am ehesten aussitzen“, sagt Merten Larisch, Geldanlageberater bei der Verbraucherzentrale Bayern.

Stipendien

Parallel zum Sparen kann man weitere Finanzierungsmöglichkeiten für die Zukunft im Auge behalten. Keine Scheu sollte man haben, auch ein Stipendium in Betracht zu ziehen. Es gibt zahlreiche Angebote, bei denen nicht nur gute Noten zählen. Auch Persönlichkeit und soziales Engagement gelten als wichtige Auswahlkriterien. Wer klare Ziele vor Augen hat und diese kommunizieren kann, hat gute Chancen. Stipendien bis zu 300 Euro im Monat gefährden auch nicht den Bafög-Zuschuss.

Bafög

Einen Teil der Ausbildung kann man auch über Bafög finanzieren: Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (Bafög) sieht vor, dass Studenten einen monatlichen Betrag erhalten können, der zur Hälfte als zinsgünstiges Darlehen gewährt wird, zur Hälfte als Zuschuss. Die finanziellen Verhältnisse der Eltern entscheiden, ob der Zuschuss gewährt wird. Eine feste Einkommensgrenze gibt es nicht. „Rund 38 Prozent der Geförderten erhalten die volle Förderung“, sagt Oliver Leitner, Leiter des Bafög-Amts beim Studentenwerk München. „Je größer die Anzahl der Kinder in Ausbildung in einer Familie ist, desto größer sind die Chancen, auch bei hohem Einkommen der Eltern Bafög zu erhalten.“ Maximal gibt es 670 Euro im Monat.

Bankkredite

Als Notnagel können die Studienkredite der Banken und Sparkassen fungieren. Sie sind mit moderaten Zinssätzen und in ihren Modalitäten auf Studentenbedürfnisse zugeschnitten. Trotzdem sollte man damit nur kleine Summen finanzieren, sonst startet man mit einem zu hohen Schuldenberg ins Berufsleben. Denn nach einer Karenzzeit nach Ausbildungsende muss man mit der Abzahlung beginnen, egal ob man einen Job gefunden hat. Ein Kredit über 300 Euro im Monat über fünf Semester verursacht zwischen 1750 Euro an Kosten (KfW-Förderbank) und 2560 Euro (Deutsche Bank). Nachrechnen kann man das per Internet-Studienkreditrechner – etwa auf www.biallo.de

Von Annette Jäger

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