Sparen beim Autokauf: Bei EU-Importen genau hinsehen

- Da Autofahren immer teurer wird, wollen viele wenigstens beim Autokauf sparen. Doch ob EU-Neuwagen, Tageszulassungen oder Jahreswagen: Die Sparangebote der Händler haben nicht nur Vor-, sondern auch Nachteile. Deshalb sollten Verbraucher alle Angebote sorgsam prüfen und sich nicht zu schnell für ein Modell entscheiden.

Derzeit winken Autohändler im EU-Ausland mit satten Preisvorteilen von bis zu 25 Prozent. Am meisten sparen Neuwagenkäufer erfahrungsgemäß in Dänemark. "Wer verhandelt, kann zusätzlich einen Rabatt zwischen 7 und 13 Prozent herausholen", erklärt Rainer Hillgärtner vom Auto Club Europa. Allerdings handelt es sich möglicherweise um Modelle, die in späteren Jahren bei der Kfz-Steuer stärker belangt werden. "Bei EU-Neuwagen gibt es drei bis vier Bereiche, bei denen man aufpassen sollte", warnt Nick Margetts, Geschäftsführer des Marktforschungsunternehmens Jato Dynamics in Limburg. Generell sollte auf Sicherheits- und Zulassungsaspekte geachtet und das Fahrzeug auf eine steuerkritische Ausstattung untersucht werden. So sind Fahrzeuge ohne Nebelschlussleuchten in Deutschland nicht zugelassen, so dass die Wagen nachgerüstet werden müssen. Auch das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) sowie Seiten- und Kopfairbag gehören nicht zum Standard. Steuerlich von Belang sind laut Nick Margetts unter anderem Abgasnorm und Rußpartikelfilter, denn in vielen EU-Ländern sind Partikelfilter nicht weit verbreitet. In Bezug auf die Abgasnorm sollte geprüft werden, ob es sich um EU4 oder die Vorstufe EU3 handelt. In der EU gebe es zum Teil auch noch Fahrzeuge mit EU2, die in Deutschland nur noch sehr selten vorkämen.

Auch preisgünstig: Ausgemusterte Mietwägen

"Noch weiß zwar keiner, wie genau die Steuergesetzgebung für Partikelfilter aussehen wird, aber es wird auf jeden Fall etwas kommen", so Margetts.

Eine interessante Alternative zum Neuwagen sind Rückläufer-Fahrzeuge von Autovermietungen. "Sie sind im Schnitt ein halbes Jahr alt", erklärt Jürgen Tewes von der Stiftung Warentest. Es gebe unterschiedliche Vermarktungswege, wobei die Wagen meist von Autohändlern aufgekauft würden. Die Autovermietung Sixt bietet zurückgezogene Wagen in einem Zentrallager in Garching zum Verkauf an ("Autoland Sixt": 089 / 32 19 83 21).

Werden einige Tipps beachtet, lässt sich aber ebenso beim traditionellen Autohändler sparen. So sollten sich Kaufwillige nicht auf eine bestimmte Farbe oder Ausstattung festlegen, sondern im Lagerbestand des Händlers nachforschen. "Da die Wagen nicht erst den Wünschen entsprechend gebaut werden müssen, sind hier die Chancen auf größere Nachlässe am besten", sagt Tewes.

Zu empfehlen seien außerdem Tageszulassungen. Obwohl nicht auf der Straße gewesen, sind sie theoretisch keine Neuwagen mehr, und der Händler kann unter die vom Hersteller empfohlene Preisliste gehen, rät Tewes. Laut einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (Az.: VIII ZR 109/04) seien diese Fahrzeuge sogar gleichwertig zum Neuwagen. Tewes empfiehlt zudem Auslaufmodelle, die zum Jahresende durch einen Nachfolger ersetzt werden.

Jahreswagen hingegen sind kein Geheimtipp mehr. Während die Käufer früher im Vergleich zu Neuwagen erheblich weniger zahlten, ist dies heute anders. Früher hätten die Mitarbeiter großer Automobilfirmen 20 Prozent Nachlass auf die Autos bekommen und sie zum gleichen Preis nach einem Jahr weiterverkauft, erklärt Tewes. Aktuell betrage der Rabatt meist nur noch um die zehn Prozent, was mitunter schon Autohändler anbieten könnten.

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