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Wer sparsam heizt, kann einen Teil der gestiegenen Ernegiekosten abfangen. Die Heizungen abzudrehen, um später die ausgekühlte Wohnung wieder aufzuheizen, bringt nach Aussage von Experten nichts.  

So sparen Sie Energiekosten

München - Die Energiekosten fressen immer mehr vom sauer verdienten Geld auf. Gezieltes Sparen kann die Preissteigerungen nicht wettmachen, sie aber doch abmildern. Wir zeigen, was jeder tun kann.

Angesichts steigender Heizkosten ruft der Verband der Wohnungseigentümer Haus und Grund zum Anbieterwechsel bei Gas und Öl auf. Verbraucher sollten den sich langsam entwickelnden Wettbewerb auf dem Gas-Markt nutzen und Angebote vergleichen, sagte Verbandssprecher Alexander Wiech. Wenn der aktuelle Anbieter den Preis erhöht, rät Wiech zum Wechsel. „Nur so kann man ein Signal auf dem Markt setzen“, sagte er. Beim Heizöl seien die Verbraucher es gewöhnt, unterschiedliche Angebote einzuholen. Bei Strom und Gas hat sich eine effektive Preiskontrolle durch die Verbraucher noch nicht durchgesetzt.

Abrechnung genau überprüfen

Bei der Heizkostenabrechnung für ölbeheizte Gebäude müssten sich die Deutschen auf eine Kostensteigerung von 30 bis 50 Prozent einstellen. Bei Gas seien es sieben bis acht Prozent. Das liege an einem gestiegenen Heizenergieverbrauch zwischen Oktober und Dezember im Vergleich zum Vorjahr von durchschnittlich über 20 Prozent. Die Entwicklung sei witterungsbedingt.

Zudem stiegen laut Energiedienstleister „Techem“ die Heizölpreise für das Jahr 2010 gegenüber 2009 durchschnittlich um 22 Prozent. Im Gegensatz dazu sei der Gaspreis um 13 Prozent gefallen. Das liege vor allem an der zeitlich verzögerten Preisanpassung. Die Tendenz gehe jedoch auch beim Gas „deutlich zu einer Preissteigerung“, hieß es.

Der Sprecher des Deutschen Mieterbunds, Ulrich Ropertz, sagte, bei der endgültigen Heizkostenabrechnung komme es auch darauf an, ob der Eigentümer oder Vermieter bei Höchstpreisen oder bei einer relativen Preisstabilität getankt habe. Er rät Mietern, die Heizkostenabrechnung für das Jahr 2010 ganz genau zu prüfen (siehe Kasten).

Experten-Rat: Besser durchheizen

Zur Vermeidung von Heizkosten rät der Mieterbund zum Durchheizen. Das sei energiesparender, als die Heizungen an- und auszuschalten, sagt Sprecher Ulrich Ropertz. Generell gelte die Faustregel, „ein Grad weniger spart sechs Prozent Heizenergie“.

Heizkörper sollten nicht durch Möbel zugestellt werden. Zudem helfe es, die Rollläden abends herunterzulassen oder Vorhänge vor die Fenster zu ziehen. Lüften sollte man mit weit geöffneten Fenstern. Der Thermostat sollte dabei ganz zugedreht werden.

Preisdruck an der Zapfsäule

Jeder Autofahrer kann mit einem Mix aus gezieltem Tanken, optimiertem Fahrstil sowie ein paar technischen Kniffs seine Kosten um bis zu 30 Prozent drücken. Wer Sprit braucht, sollte sich stets zielgerichtet nach der billigsten Zapfsäule umschauen.

Freie Tankstellen im Bundesgebiet bieten den Treibstoff meist einige Cent günstiger an als Markenstationen. Noch billiger geht es an Supermarkt-Zapfsäulen, vor allem in der Nähe großer Einkaufszentren. Die Preise dort liegen oft nochmals 1,0 bis 1,5 Cent unter denen der unabhängigen Konkurrenz.

An Autobahntankstellen lässt sich dagegen kaum sparen. Entlastung im Geldbeutel gibt es höchstens für den, der abfährt und im nächsten Ort auftankt. Allerdings lohnen sich weite Umwege - etwa auch ins Ausland - nicht.

Wer seine Tankstopps strategisch im Vorhinein plant, kann vor allem auf längeren Routen so manchen Euro sparen. Autoclubs und Online-Ratgeber informieren über Tankstellen entlang der Autobahnen mit genauer Bezeichnung der Autobahnausfahrten.

Früher hochschalten

Einen dauerhaften Sparerfolg verspricht wirtschaftliches Fahren. Wer bis zu 20 Prozent Sprit weniger verbrauchen will, muss niedertourig fahren, im Drehzahlbereich zwischen 1500 und 2500 Umdrehungen pro Minute. Noch vor einigen Jahren galt die Spanne zwischen 2500 bis 4000 Umdrehungen als verbrauchsgünstig. Schnelles Weiterschalten ist wichtig: Mit der Motorengeneration von heute kann ab Tempo 25 schon in den dritten Gang geschaltet, ab Tempo 40 in den vierten und ab 50 im fünften Gang gefahren werden.

Sparpotenzial steckt auch im rechten Fuß: Weil jedes Anfahren und Beschleunigen viel Benzin schluckt, raten Autoclubs zum „Mitschwimmen“ im Verkehrsstrom mit konstanter Geschwindigkeit. Temperamentvolles Fahren geht immer ins Geld. Außerdem treibt jedes Kilogramm, das zusätzlich spazieren gefahren wird, die Tankrechnung in die Höhe: Für 100 Kilogramm Mehrgewicht muss ein halber Liter mehr getankt werden auf 100 Kilometer.

Volle Kofferräume, Radständer, Dachboxen und Skigepäckträger kosten 10 bis 50 Prozent mehr Sprit. Je schneller damit gefahren wird, desto mehr „frisst“ der Wagen. Wer seine Dachbox nach dem Winterurlaub nicht mehr braucht, sollte sie abmontieren.

Auch der Reifenluftdruck muss stimmen. Schon ein halbes Bar zu wenig erhöht den Verbrauch um bis zu sechs Prozent. Im Tankdeckel stehen die richtigen Werte. Wer es schafft, den Verbrauch seines Wagens um nur einen Liter pro 100 Kilometer zu drücken, kann bei 15 000 Kilometern Laufleistung im Jahr 150 Liter Treibstoff einsparen.

Matthias Jekosch / Berrit Gräber

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