Sparen bei der Krankenkasse: Wie sich der Wechsel lohnen kann

- Gestiegene Beitragssätze, Mehrkosten durch Praxisgebühren und Zuzahlungen _ viele Mitglieder der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) werden zu Jahresbeginn wieder auf die Suche nach einer günstigeren Kasse gehen. Dabei sollte man außer einem niedrigen Beitragssatz und Erreichbarkeit auch die neuen Angebote beachten, hier vor allem die Selbstbehalt-Tarife.

<P>Kündigungsfrist<BR>Wer seine Krankenkasse neu gewählt hat, ist in der Regel 18 Monate lang gebunden. Danach kann man binnen zwei Monaten kündigen. Erhöht eine Kasse den Beitrag, gibt es ein Sonderkündigungsrecht. Hier gibt es seit Jahresbeginn eine wichtige Änderung. Jeder Wechselwillige hat eine Kündigungsfrist zu beachten: Wer nach einer Beitragserhöhung kündigen will, muss dies bis zum Monatsletzten des folgenden Monats nach der Erhöhung tun. Die Kündigung wirkt dann zum Ende des übernächsten Monats, in dem die Kündigung einging.</P><P>Beispiel: Ein Mitglied ist seit 1. 7. 03 in einer Krankenkasse. Die erhöht den Beitragssatz zum 1. 2. 2004. Eine Sonderkündigung ist nur bis zum 31. 3. möglich. Geht das Schreiben im März bei ihr ein, endet die Mitgliedschaft am 31. 5. Bei der neuen Kasse ist man ab 1. 6. Mitglied.</P><P>Selbstbehalt-Tarife<BR>Tarife mit Selbstbehalt bieten neue Sparmöglichkeiten. Die wenden sich aber nur an freiwillig Versicherte, die zum Beispiel über den Beitragsbemessungsgrenzen verdienen. Die Techniker Krankenkasse (TKK) überweist zu Jahresanfang dem Versicherten 240 Euro. Dafür beteiligt man sich bis zu 300 Euro an Krankheitskosten. Ende des Jahres wird abgerechnet.</P><P>Die Barmer Ersatzkasse (BEK) bietet eine Kostenbeteiligung von bis zu 320 Euro im Jahr an. Wer diesen Tarif wählt, erhält zu Beginn des Jahres einen Bonus von 250 Euro ausgezahlt.</P><P>Bei der Angestellten Krankenkasse (DAK) kann man zwischen zwei Tarifen wählen: Entweder man entscheidet sich für einen Selbstbehalt von 400 Euro im ersten Kalenderjahr und 370 Euro ab dem zweiten und erhält dafür eine Beitragsermäßigung von 320 Euro pro Jahr. Oder man wählt einen Selbstbehalt von 50 Prozent der Kostenerstattungsbeträge im ersten und 45 Prozent ab dem zweiten Kalenderjahr und bekommt dafür im Gegenzug eine Ermäßigung von 650 Euro pro Jahr. Weil es beim zweiten Tarif keine Begrenzung der Selbstbeteiligung gibt, geht das Mitglied ein unkalkulierbares finanzielles Risiko ein!</P><P>Die KKH bietet sogar drei Tarife, deren Beiträge umso mehr errmäßigt werden, je mehr man bei Krankheit aus der eigenen Tasche zahlt. Es gibt noch einen wichtigen Unterschied zwischen dem TKK-Programm und jenen von BEK, KKH und DAK. Dieses Programm arbeitet nach dem Sachleistungsprinzip, nicht nach dem Kostenerstattungsprinzip. Vorteil: Der Versicherte zahlt mit seiner Versichertenkarte und erhält keine Privatrechnung vom Arzt, die man zunächst aus der eigenen Tasche begleicht. Hier besteht also nicht die Gefahr, dass er vom Arzt eine höhere Rechnung erhält, als er von seiner Kasse hinterher erstattet bekommt. Dieses Risiko gehen BEK- und DAK-Mitglieder jedoch ein.</P><P>Für wen es lohnt<BR>Die Selbstbehalt-Tarife sind unter Umständen ein gutes Geschäft für den, der selten krank wird und unbedingt bei den erwähnten Kassen bleiben will. Als Alternative dazu bietet sich jedoch ein Wechsel von einer teuren zu einer günstigen Kasse an. Diese Möglichkeit steht allen offen, ob gesund oder krank, ob freiwillig- oder pflichtversichert. Und Ärger mit Arztrechnungen gibt es auch nicht. Wer beispielsweise die BEK mit einem Beitragssatz von 14,9 Prozent verlässt und zu einer Kasse mit 12,8 Prozent wechselt, spart schon bei einem Bruttoeinkommen von 2500 Euro im Monat 315 Euro im Jahr, ganz egal, ob man zum Arzt muss oder nicht. Und die Firma spart die gleiche Summe.</P>

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