Sparerfreibetrag sinkt: So ziehen Sie dem Fiskus den Giftzahn

- Wenn Gesetze sich ändern, ist Ärger programmiert. Sparer, die ihre Freistellungsaufträge nicht rechtzeitig an den ab 2007 halbierten Sparerfreibetrag anpassen, dürften schnell Scherereien mit dem Finanzamt bekommen. Die Verbraucherzeitschrift "Finanztest" hat zusammengestellt, was alles zu tun ist.

 Wer alles Geld bei einer Bank oder Sparkasse gebunkert hat, hat es einfach. Denn die Bank erkennt, wann der Betrag überschritten ist, und stellt automatisch um. Lediglich zur Verringerung der Steuerlast sollte man handeln. Ist das Ersparte auf mehrere Banken verteilt, wird es schwieriger. Denn die Institute wissen nicht, wie viel bei jeder Bank freigestellt ist. Das merkt nur der Fiskus, wenn die entsprechenden Meldungen der Banken bei ihm eingehen. Wer hier nicht handelt, riskiert Steuernachzahlungen und Geldbußen.

Überblick verschaffen

Zunächst sollte man sich einen Überblick über die freigestellten Summen verschaffen, um die 801 Euro verbleibenden Freibetrag (750 Euro und 51 Euro Werbungskostenpauschale, bei Ehepaaren das Doppelte) neu zu verteilen.

Aktionäre bevorzugt

Wer mit Aktien oder indirekt mit Aktienfonds Dividendeneinkünfte erzielt, fährt damit besser als Zinssparer. Denn nur die Hälfte der ausgeschütteten Gewinne (die bereits beim Unternehmen versteuert wurden) sind für den Anleger steuerpflichtig. Wer statt 900 Euro Zinsen (von denen bereits 99 Euro mit 30 Prozent besteuert werden) entsprechende Dividendeneinkünfte erzielt, zahlt noch keine Steuern. Er könnte bis zu 1602 Euro steuerfrei einnehmen. Allerdings sind Dividenden nicht garantiert. Es bleibt ein Ausfallrisiko, oder -weniger dramatisch -dass höhere Ausschüttungen den ausgetüftelten Steuersparplan über den Haufen werfen.

Belege sammeln

51 Euro Werbungskosten sind nicht gerade üppig. Wer Belege sammelt, kommt schnell darüber. Zu Kosten, die das Finanzamt anerkennen muss, gehören nicht nur Gebühren für Depot- und Kontenführung oder die Erträgnisaufstellung, sondern auch Telefonate mit der Bank, Portokosten, Kosten für Fachliteratur oder Seminare. Aktionäre mit entsprechend hohen Dividendeneinkünften können auch Fahrt-, Hotel- und Verpflegungskosten für den Besuch von Hauptversammlungen alsWerbungskosten abrechnen.

Schenken

Eines vorweg: Ist Geld einmal den Kindern vermacht, können die Eltern es in aller Regel nicht mehr zurückholen. Sind die Sprösslinge einmal volljährig, können sie damit machen, was sie wollen. Allenfalls notariell beglaubigt lässt sich eine Zweckbestimmung festsetzen. Steuerlich fährt man dabei aber gut: Zwar wird auch für Kinder der Sparerfreibetrag gekürzt, doch haben die Sprösslinge Anspruch auf 7664 Euro Grundfreibetrag und 36 Euro Sonderausgabenpauschale. So bleiben, falls die Kinder keine anderen Einkünfte haben, 8501 Euro (2006: 9121 Euro) steuerfrei, wenn man der Bank eine vom Finanzamtausgestellte Nichtveranlagungsbescheinigung vorlegt.

Die Kassen-Falle

Nebenwirkungen können aber teuer werden. Die kostenfreie Familienversicherung fällt weg, wenn ein Kind mehr als 350 Euro im Monat verdient. Also ist man nur mit höchstens 5001 Euro (4200 Euro Freigrenze, 750 Euro Sparerfreibetrag plus 51 Euro Werbungskostenpauschale) auf der sicheren Seite. Bei volljährigen Kindern zählen auch Sparzinsen voll mit, wenn die 7680 Euro Einkünfte berechnet werden, ab denen Eltern ihren Anspruch auf Kindergeld, Kinder- und Ausbildungsfreibeträge sowie den Entlastungsbetrag verlieren.

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