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Erster Spargel wird von Erntehelfern am 15.03.2013 im Steimbker Ortsteil Lichtenhorst im Kreis Nienburg (Niedersachsen) gestochen.

Kalter Frühling ist schuld

So teuer war der Spargel in dieser Saison

Hannover - Für Spargel mussten die Deutschen dieses Jahr tief in die Tasche greifen. Das Edelgemüse kostete über 15 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Schuld war das Wetter.

Spargel-Fans haben diese Saison für den Genuss des Edelgemüses deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen als in den Vorjahren. Ob auch bei den Landwirten entsprechend stärker die Kasse klingelte, ist aber unklar. Die Wetterkapriolen bescherten ihnen dieses Mal eine turbulente Erntezeit mit geringeren Mengen. Absehbar ist jedenfalls, dass einige Spargelbauern über das traditionellen Saisonende am Johannistag (24. Juni) hinaus ernten werden - falls die Pflanzen das zulassen. Das sind Ergebnisse einer ersten Bilanz der auslaufenden Spargelsaison, für die die Nachrichtenagentur dpa Experten und Landwirte befragte.

Branchenkenner Michael Koch sammelt bei der Bonner Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) durchschnittliche Spargelpreise, die die Verbraucher in Supermärkten, Hofläden oder Spargelverkaufsständen bezahlen müssen. Die Tendenz sei dieses Mal eindeutig, erklärt er. Im April hätte das Kilogramm deutscher weißer Spargel im Bundesschnitt 8,66 Euro gekostet - nach 7,39 Euro im gleichen Vorjahresmonat. Das sind rund 17 Prozent über dem Niveau aus 2012. Ähnlich der Mai: 6,38 Euro pro Kilo nach 5,81 Euro aus dem Vorjahr - 10 Prozent Mehrkosten.

Preisaufschlag steht deutlich "deutlich reduziertes Mengenniveau gegenüber"

„Auch wenn man zum Saisonende das Fazit ziehen wird, werden wir ein etwas höheres Preisniveau haben“, prognostiziert Koch. Dem Preisaufschlag stehe jedoch „ein deutlich reduziertes Mengenniveau gegenüber“. Auf Prozentangaben wolle er sich noch nicht festlegen, aber der Trend in den Keller sei bei den Erntemengen ganz eindeutig.

Aus Sicht der Bauern komme es darauf an, ob sie die kleinere Menge mit dem hohen Preisniveau ausgleichen konnten. Die Verbraucher jedenfalls erwischten eine teure Saison. „Denn auch 2012 war schon ein eher hochpreisiges Jahr“, sagt Koch.

Der ungewöhnlich späte Frühling mit einem kalten April sorgte zudem für Verzögerungen. „Was wir schon sehen ist, dass sich die Nachfrage in den späteren Saisonteil verschoben hat“, berichtet Koch.

"Der Spargel ist verschnupft"

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) beäugt das Geschehen auf den Großmärkten und schreibt in ihrem jüngsten Markt- und Preisbericht: „Die Saison neigt sich ihrem Ende entgegen.“ Zwar hätten die Lieferungen jüngst noch einmal angezogen, „das Interesse ebbte aber immer mehr ab“. 4,32 Euro je Kilo auf dem Großmarkt in der vergangenen Woche lagen weit unter dem Durchschnittspreis von vor einem Jahr: 6,64 Euro. Doch da die Preise zum Saisonende immer noch einmal anziehen, kann der Nachlass einfach auch ein Zeichen dafür sein, dass diese Saison länger gestochen wird.

Im Spargelland Nummer 1 Niedersachsen sagt der Chef der dortigen Spargelanbauer-Vereinigung, Dietrich Paul: „Wir hinken im Augenblick hinterher, die Mengen sind nicht da.“ Nach Schätzungen werden die Spargelbauern in Niedersachsen diesmal 20 bis 30 Prozent weniger ernten. Dass nach dem 24. Juni gestochen wird, ist nach Auskunft von Paul denkbar. „Aber das muss jeder Spargelbauer selbst entscheiden.“ Bei den späten Sorten könne man durchaus um eine Woche verlängern. Generell sei das Wetter dieses Jahr für das Edelgemüse nicht ideal gewesen. „Der Spargel ist verschnupft“, meint Paul.

dpa

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