Apple Pay gibt es jetzt auch für die Nutzer der 46 Millionen Girocards der Sparkassen.
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Apple Pay gibt es jetzt auch für die Nutzer der 46 Millionen Girocards der Sparkassen.

Überblick

Sparkassen: Apple Pay für die Girocard - So funktioniert der neue Bezahldienst

  • Thomas Schmidtutz
    vonThomas Schmidtutz
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Am Dienstag haben die Sparkassen mit Apple Pay für die Girocard eine neue Möglichkeit zum kontaktlosen Bezahlen freigeschaltet. Aber viele Verbraucher sind noch skeptisch, wie eine Umfrage von Merkur.de zeigt. 

Danach finden immerhin 58 Prozent der Befragten, Bezahlsysteme mit dem Smartphone seien zu unsicher, 16 Prozent finden solche Lösungen praktisch, die übrigen 26 Prozent können sich vorstellen, künftig mit dem Smartphone zu zahlen. Bis Montagnachmittag haben insgesamt rund 18.200 User an der Umfrage teilgenommen.

Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zum Start von Apple Pay und der Girocard zusammengestellt und erklären, wie sicher das System ist, wie es eingerichtet werden kann und welchen Fehler Nutzer unbedingt vermeiden müssen.   

Apple Pay: Was das ist, welche Anforderungen es gibt

Was ist Apple Pay?

Apple Pay ist ein Bezahlsystem des kalifornischen iPhone-Herstellers. Es ist seit Dezember 2018 auch in Deutschland verfügbar, zunächst allerdings nur in Verbindung mit einer Kreditkarte von Mastercard oder Visa. Zum Start waren u.a. die Deutsche Bank, die HVB und die Direktbank N26 an Bord. Seit Dienstag (25. August) ist Apple Pay auch in Verbindung mit der Girocard der Sparkassengruppe verfügbar. Bundesweit sind 46 Millionen Girocards im Einsatz. Damit ist die Girocard das am weitesten verbreitete Zahlungsmittel in Deutschland.

Was benötigen Sparkassen-Kunden, um Apple Pay nutzen zu können?

Für den Einsatz von Apple Pay benötigen Kunden ein entsprechendes iPhone* (ab Version 6s) bzw. eine Apple Watch (ab Series 1) sowie die entsprechende Sparkassen- und pushTAN-App bzw. das chipTAN-Verfahren. Außerdem muss das entsprechende Sparkassen-Konto für Online-Banking freigeschaltet. Wichtig: Mit dem älteren mTAN-Verfahren, bei dem eine Transaktionsnummer per SMS versandt wird, lässt sich das System nicht freischalten. Girocard-Nutzer, die Apple Pay einsetzen wollen, müssen daher auf das pushTAN oder das chipTAN-Verfahren wechseln.

Wo kann ich mit der Girocard und Apple Pay bezahlen?

Die Girocard in Verbindung mit Apple Pay ist an allen Bezahlstellen in Deutschland einsetzbar, die die Girocard und kontaktloses Bezahlen unterstützen. In Deutschland sind das inzwischen 776.000 Bezahlterminals in Supermärkten, Restaurants, Tankstellen oder Parkautomaten. Laut Sparkassenverband sind im vergangenen Jahr zwei von drei bargeldlosen Bezahlvorgängen über die Girocard abgewickelt worden.

Im Ausland ist die Girocard dagegen allenfalls in grenznahen Regionen als Zahlmittel verfügbar. Wer Apple Pay also jenseits der Landesgrenze – zum Beispiel im Urlaub - mit seinem iPhone oder der Apple Watch nutzen will, muss das System dann in Verbindung mit einer Kreditkarte freischalten.

Aktuell werden von der Girocard in Verbindung mit Apple Pay auch noch keine Einkäufe im Internet oder in Apps unterstützt. Ab Anfang 2021 soll das aber möglich sein. 

Apple Pay: Wie es installiert wird, was es kostet

Wie wird Apple Pay installiert?

Dafür gibt es zwei Wege: Entweder direkt über die Sparkassen-App oder über die Wallet von Apple. Bei der Sparkassen App müssen User nach dem Aufruf in der Randspalte des Menüs einfach den Punkt Apple Pay auswählen. Sofern es mehrere Karten gibt, können sie anschließend auswählen, welche Karte für Apple Pay genutzt werden soll. Dann unter der ausgewählten Karte den Menüpunkt zu „Apple Wallet hinzufügen“ antippen, und anschließend per pushTAN bzw. chipTAN bestätigen.

Wer Apple Pay via Wallet freischalten will, geht so vor: Wallet öffnen, auf das Plus-Symbol tippen, nach Aufforderung „Karte hinzufügen“ und unter Name der Bank „Sparkasse“ eingeben. Dann öffnet sich ein neues Fenster, dort „Sparkassen-Card“ auswählen. Danach geht es direkt in der Sparkassen App weiter (siehe oben). Auch hier erfolgt die Freischaltung für Apple Pay über eine entsprechende pushTAN bzw. chipTAN.

Sofern in der Apple Wallet bereits eine andere Karte für Apple Pay freigeschaltet ist, fragt das iPhone, welche Karte Priorität beim Bezahlen haben soll. Soll das die Girocard sein, kann das im Menü aktiviert werden. An der Kasse wird dann beim Bezahlen die Girocard ganz oben aufgelistet.

Brauche ich eine aktive Internetverbindung beim Bezahlen mit Apple Pay?

Für das Bezahlen mit Apple Pay und Girocard in Geschäften ist keine aktive Internetverbindung nötig, beim Bezahlen mit Apple Pay in Apps, z.B. für ein Netflix-Abo, oder beim Shoppen im Web dagegen schon.

Was kostet der Einsatz von Apple Pay?

Für das Bezahlen mit Apple Pay fallen beim User keine Gebühren an. Die entsprechenden Transaktionskosten für die Nutzung des Dienstes stellt Apple dem Kartenausgeber (Issuer) in Rechnung.

Apple Pay: Wie sicher es ist, welchen Fehler Nutzer unbedingt vermeiden müssen

Die Kunden von 373 Sparkassen in Deutschland können seit Dienstag ihre Girocard für Zahlungen mit Apple Pay verwenden.

Wie sicher ist Apple Pay?

Apple Pay benutzt für den Bezahlvorgang eine gerätespezifische Nummer und einen eigens generierten Transaktionscode. Der eigentliche Bezahlvorgang erfolgt erst, nachdem der Nutzer die Transaktion über die iPhone-Gesichtserkennung Face ID, den Fingerabdruckscanner (Touch ID) oder den Gerätecode freigegeben hat.

Die Banken halten das System für extrem sicher. „Die Betrugsrate“, sagte auch die für Apple Pay zuständige Managerin Jennifer Bailey im Dezember, liege praktisch bei null.

Welche Daten werden bei einer Bezahlung mit Apple Pay gespeichert?

Wie bei jeder Kartenzahlung werden laut Sparkassenverband nur die für die Zahlungsabwicklung erforderlichen Daten gespeichert.

Apple ist noch strikter. Nach eigenen Angaben speichert das Unternehmen die Kartennummer weder auf dem Gerät noch auf einem Apple Server. Stattdessen werde eine eindeutige Gerätekontonummer zugewiesen, verschlüsselt und geschützt im Sicherheitselement auf dem Gerät hinterlegt. Jede Transaktion werde dann mit einem „einzigartigen, eindeutigen dynamischen Sicherheitscode autorisiert.“ Apple, versichert ein Unternehmenssprecher, „weiß nicht, was die Apple Pay-User kaufen, wo sie kaufen oder was sie bezahlen“.

Was passiert, wenn ich mein iPhone verliere oder es verkaufen will?

Wenn das iPhone weg ist, sollten Nutzer ihre digitale Girocard unverzüglich unter der Hotline-Nummer 116 116 sperren lassen. Die Girocard aus dem Geldbeutel im Real Life können Kunden laut Sparkassenverband trotzdem weiterverwenden. Wichtig: Wer sein Handy verkauft, sollte sein Apple Gerät unbedingt auf die Werkseinstellungen zurücksetzen und alle Daten löschen.  

Kann man Apple Pay auch mit einem Android Handy nutzen?

Nein. Wer kontaktlos mit seinem Android-Handy zahlen will, muss auf entsprechende Bezahl-Apps der Sparkasse ausweichen. Auch der ebenfalls populäre Bezahldienst Google Pay ist in Deutschland bislang nicht in Verbindung mit einer Girocard verfübar.

*Merkur.de ist Teil des Ippen Digital Netzwerks.

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