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Sparkasse und Postbank: Kunden wird gekündigt - weil diese den Negativzinsen nicht zugestimmt haben

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Von: Patricia Huber

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Eine Sparkassen-Filiale neben einer Postbank-Filiale.
Die Postbank und die Sparkasse Dortmund haben Kunden aufgrund eines fehlenden Einverständnisses zu den Negativzinsen gekündigt. © Steinach/Imago Images

Zahlreiche Banken verlangen bereits Negativzinsen von ihren Kunden. Wer nicht zustimmt, muss mit einer Kündigung des Kontos rechnen, wie die Postbank und eine Sparkasse nun beweisen.

München/Berlin - Wer sehr viel Geld auf dem Konto hat, muss nochmal extra blechen. Zumindest dann, wenn die Bank sogenannte Negativzinsen verlangt. Wie das Vergleichsportal Verivox berichtet, haben 450 Banken bereits Negativzinsen angekündigt. Darunter beispielsweise die Commerzbank*, etliche Sparkassen und Volksbanken und die Postbank. Meist gewähren die Banken einen Freibetrag zwischen 25.000 und 100.000 Euro. Für jeden Euro über dieser Schwelle werden dann zwischen 0,5 und 1 Prozent Negativzinsen erhoben.

Sparkasse und Postbank kündigen Konten wegen fehlender Einverständniserklärung

Kunden müssen jedoch ihr Einverständnis zu den Negativzinsen geben, bevor die Bank diese erheben kann. Aber was passiert eigentlich, wenn Kunden nicht zustimmen? Dass hier bei manchen Banken nicht lange gefackelt wird, hat nun die Postabank bewiesen. Sie hat einigen Kunden ihre Konten gekündigt, weil sie die Einverständniserklärung nicht gegeben* haben. Darüber berichtet das Handelsblatt. Die Postbank ist mit diesem Vorgehen jedoch nicht alleine. Auch die Sparkasse Dortmund hat aus diesem Grund Kunden ihre Konten gekündigt.

Ein Sprecher der Deutschen Bank*, zu der die Postbank gehört, hat gegenüber dem Handelsblatt erklärt, dass mit den meisten betroffenen Kunden eine „einvernehmliche Lösung gefunden werden“ konnte. „Die Bankverbindung mit den wenigen Kunden, die nach Abschluss des mehrstufigen Anspracheprozesses mit uns weder eine passende Anlagealternative noch ein Verwahrentgelt vereinbaren wollten, müssen wir zu unserem Bedauern beenden“, macht er klar.

Negativzinsen: Commerzbank plant keine Kündigungen

Es geht aber auch anders. Die Commerzbank möchte ihre Kunden wohl noch nicht so schnell loswerden und plant derzeit keine Kündigungen. Ein Sprecher sagte: „Wir schauen, dass wir gute gemeinsame Lösungen finden.“

Zudem ist umstritten, ob das Erheben von Negativzinsen überhaupt rechtens ist. Die Verbraucherzentrale* setzt sich hier für die Rechte der Kunden ein und zieht immer wieder vor Gericht. Sie ist der Meinung, dass Negativzinsen auf Tagesgeld- und Girokonten nicht rechtens sind. (ph) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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