Eine Flagge mit dem Sparkassen-Logo weht vor der Sparkassen-Akademie
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Einige Sparkassen-Vorstände dürften Einkommensmillionäre sein

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Dicke Gehälter: So gut verdienen die Sparkassen-Chefs in Deutschland wirklich

  • Markus Hofstetter
    vonMarkus Hofstetter
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Wenn es um das Gehalt ihrer Vorstände geht, geben sich die meisten Sparkassen zugeknöpft. Doch ein Blick hinter die Kulissen zeigt: Die Spitzenjobs sind ziemlich lukrativ.

München - Für die Sparkassen ist es ein heikles Thema: die Höhe der Gehälter ihrer Topmanager. Das liegt an dem besonderen Status der Sparkassen. Sie sind Teil der öffentlich-rechtlich Sektors im deutschen Bankensystem, das auf drei Säulen beruht. Die weiteren beiden Sektoren sind die Privatbanken wie die Deutsche Bank und die Genossenschaftsbanken wie die Volks- und Raiffeisenbanken.

Die Gehälter im öffentlichen Dienst sind üblicherweise kein Geheimnis. Doch viele Sparkassen halten sich bedeckt, was die Gehälter ihrer Topmanager angeht. Nur wenige der bundesweit 379 Sparkassen sind gesetzlich dazu verpflichtet, diese offenzulegen. Und selbst wenn, viele veröffentlichen nur die Gesamtvergütung des Vorstands, oder sogar nur die der Geschäftsfelder, wovon die Vorstandsgehälter ein Teil sind.

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Sparkassen-Gehälter: Nur wenige Bundesländer schreiben Transparenz vor

Nur einige Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen oder Hessen schreiben ihren Sparkassen mehr Transparenz vor. Der Offenlegungsbericht der Kreissparkasse Köln für 2019 listet aber nur Gehaltsspannen auf. Demnach verdienten zwei Personen zwischen zwei und 2,5 Millionen Euro. Drei Personen kamen auf 1,5 bis zwei Millionen Euro. Darin enthalten sind Pensionsrückstellungen inklusive der Zinsaufwendungen, die wegen niedriger Zinsen und höherer Lebenserwartungen nicht zu verachten sind.

Dennoch überrascht es, dass unter den Bossen auch ein Einkommensmillionär ist. Das Handelsblatt schreibt, dass 2019 ein Gehalt in Höhe von 953.000 Euro auf dem Konto des Kölner Sparkassen-Chefs Alexander Wüerst landete. Laut dem Offenlegungsbericht verdienten die sechs Vorstandsmitglieder zusammen insgesamt 4,64 Millionen, inklusive Boni. Die fünf Vorstandsmitglieder kamen damit nach Abzug des Wüerst-Gehaltes im Schnitt auf rund 737.000 Euro.

Sparkassen-Gehälter: Über 40 Manager verdienen über eine Million Euro

In dem Vergütungsbericht 2019 nennt die Sparkasse Frankfurt drei Personen, die inklusive Pensionsrückstellungen über eine Million verdient haben. Der Chef der Stadtsparkasse München kam laut dem Finanzdaten- und Beteiligungsbericht der Verwaltung auf 625.000 Euro, inklusive Prämien. Insgesamt teilten sich die vier Vorstände 2019 zusammen 2,26 Millionen Euro. Die vier Vorstandsmitglieder der Berliner Sparkassen verdienten zusammen 3,1 Millionen Euro.

Finanz-Szene.de gibt einen Überblick über die Höhe der Gehälter der Sparkassen-Manager. Recherchen des Branchen-Newsletters im Jahre 2019 ergaben, dass mindestens 40 von ihnen über eine Millionen Euro verdienten, inklusive Pensionsrückstellungen. Die tatsächliche Zahl dürfte höher liegen, da aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen nur 21 Institute untersucht werden konnten.

Sparkassen-Gehälter: Intransparenz stößt auf Kritik

Es entzündet sich immer wieder Kritik daran, dass sich Sparkassen mit der Offenlegung der Gehälter ihrer Topmanager schwertun. Denn als Teil des öffentlich-rechtlichen Sektors sind die Sparkassen besondere Banken. Ihre Träger sind in vielen Fällen die Kommunen oder Landkreise, in denen sie beheimatet sind. Ihre Aufgaben wie Einlagen- oder Wertpapiergeschäfte betreiben sie im öffentlichen Interesse, unter Beachtung des Gemeinwohls. Eine Gewinnerzielung sollte hintenanstehen.

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