1. Startseite
  2. Wirtschaft

„Sparer sind die Leidtragenden“: Sparkassen mit eindringlicher Warnung an Kunden

Erstellt:

Von: Lisa Mayerhofer

Kommentare

Sparkasse Stadtsparkasse Logo an der Außenfassade eines Gebäudes in Neuss, Nordrhein-Westfalen: Die Sparkassen wehren sich gegen die Kritik an den Negativzinsen
Die Sparkassen wehren sich gegen die Kritik an den Negativzinsen (Symbolbild). © Michael Gstettenbauer / Imago

Die Sparkassen wehren sich gegen die Kritik an den Negativzinsen - und verweisen auf die wachsende Inflation. Für ihre Kunden haben sie eine eindringliche Warnung

München - Die Sparkassen* stehen momentan unter Beschuss. Verbraucherschützer und Kunden ziehen wegen der Negativzinsen, die viele Banken auf die Einlagen ihrer Kunden erheben, vor Gericht. Und sie bekommen dort teilweise recht.

Die Kreditinstitute wehren sich jedoch gegen die Vorwürfe, unrechtmäßig die sogenannten Verwahrentgelte zu erheben: Die Negativzinsen führen die Sparkassen auf die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) zurück. Die EZB verlangt von den Banken Einlagenzinsen von minus 0,5 Prozent. Viele Banken reichen dies direkt an ihre Kunden weiter.

Sparkassen warnen Kunden vor hoher Inflation

„Die Leidtragenden sind vorhersagegemäß nun auch die Sparerinnen und Sparer. Die Sparkassen haben sieben bis acht Jahre lang Kunden vor Verwahrentgelt abgeschirmt“, beschwert sich Verbandsgeschäftsführer Wolfgang Zender vom Ostdeutschen Sparkassenverband. Kein Kreditinstitut könne aber dauerhaft geldpolitische Vorgaben wegnivellieren. „Die EZB hat unsere Warnungen gehört*, bewertet und in den Wind geschlagen.“

Auch dem Geschäftsführenden Verbandspräsidenten Ludger Weskamp bereitet die Geldpolitik der Zentralbank Sorgen. „Die Inflation ist hoch. Die EZB nimmt in Kauf, dass Ersparnisse, Altersvorsorge und Löhne weiter entwertet werden und die Lebenshaltung für viele zu einer Herausforderung wird.“

Die große Mehrheit der Sparkassenkunden seien übermäßig belastet, hätten bescheidene Ersparnisse und Einkünfte und könnten von daher wenig Geld zurücklegen. „Da steckt man Kaufkraftverluste nicht einfach weg“, sagte Weskamp. Es gebe noch zu viele Kunden, die ihr Geld auf Girokonten parkten. „Wir haben seit vielen Jahren genau vor dieser Situation gewarnt“, erklärte Zender.

Bayerische Sparkassen wehren sich gegen Vorwürfe

Auch die bayerischen Sparkassen wehren sich vehement gegen den Vorwurf, ihre Kunden mit Negativzinsen über Gebühr zu belasten. Privatkunden der Münchner Sparkasse hätten im vergangenen Jahr für 11 Milliarden Euro Sichteinlagen auf den Girokonten 2,5 Millionen Euro „Verwahrentgelte“ gezahlt, sagte Ralf Fleischer, der Chef der Münchner Sparkasse*. „In diesem Jahr werden diese 11 Milliarden aber 440 Millionen weniger wert sein wegen der Inflation.“ (Mit Material der dpa)*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare