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Verzehrtes Kapital: Der Landesbanken-Anteil der Sparkassen wird neu bewertet.

Bayerische Landesbank

Sparkassen drohen Millionen-Abschreibungen

München - Zum Jahresausklang fällt die Landesbank den bayerischen Sparkassen noch einmal zur Last: Wegen der Einbußen der BayernLB müssen alle Institute gemeinsam wohl einen dreistelligen Millionenbetrag abschreiben.

Kunden, Fiskus und Spendenempfänger sollen darunter aber nicht leiden.

Der Teilrückzug aus der angeschlagenen BayernLB kommt die Sparkassen im Freistaat teuer zu stehen. Sie büßen nicht nur ihren Einfluss auf die Geschäftspolitik der Landesbank ein, weil sie sich nicht an der notwendigen 30-Milliarden-Euro-Hilfe beteiligen. Die Institute müssen auch die in ihren Bilanzen angesetzten Anteilswerte nach unten korrigieren. "Wir werden einen Abschreibungsbedarf haben", sagte der Vorstandschef einer bayerischen Sparkasse gestern unserer Zeitung. Dies sei aber immer noch besser, als sich an der teuren Rettungsaktion zu beteiligen.

Noch bis zum Jahresende gehört den 75 kommunalen Geldhäusern ebenso wie dem Freistaat die Hälfte an der Landesbank. Beide Lager halten jeweils 1,4 Milliarden Euro am Stammkapital. Die horrenden Zahlungsausfälle und Wertkorrekturen, die heuer bei der BayernLB angefallen sind, haben die Eigenmittel jedoch teilweise aufgezehrt. Das müssen die Sparkassen in ihren Jahresabschlüssen verbuchen, die Anfang 2009 angefertigt werden. Sparkassenpräsident Siegried Naser hatte Vorstände und Verwaltungsräte schon Ende November darauf eingestimmt.

Der exakte Abschreibungsbedarf steht noch nicht fest. Am heutigen Mittwoch wird der bayerische Sparkassenverband in Landshut über die Ergebnisse zweier Bewertungsgutachten informieren. Dabei soll es sich aber nur um "indikative" Größen handeln, wie in Finanzkreisen zu hören ist. Wie viel von den 1,4 Milliarden übrig ist, soll erst im Frühjahr nach Vorlage einer dritten Expertise endgültig bestimmt werden. Davon hängt auch ab, welchen Anteil die Sparkassen künftig an der Landesbank halten. Zuletzt wurde über zehn Prozent spekuliert.

Ein Totalverlust des eingebrachten Kapitals ist möglich. Mehrere Sparkassenvertreter erklärten jedoch auf Nachfrage, dass sie nicht vom "schlimmsten Fall" ausgehen. Ein Vorstandschef sprach von zehn bis 20 Prozent des Stammkapitals, die abgeschrieben werden müssten. Das wären bis zu 280 Millionen Euro. Ein anderer Bankmanager hält einen höheren Betrag für denkbar. Als sicher gilt, dass die Sparkassen eine dreistellige Millionen-Last verdauen müssen. Gemindert werden könnte sie durch mobilisierte Bewertungsreserven aus anderen Beteiligungen wie der Deka-Bank und der Versicherungskammer Bayern.

Der Abschreibungsbedarf einzelner Institute bemisst sich am jeweiligen Anteil an der BayernLB. Der lässt sich über Kennzahlen ableiten, wie es in Finanzkreisen heißt. Das Verhältnis der Bilanzsumme eines Hauses an der Bilanzsumme aller bayerischer Sparkassen (2007: 160 Mrd. Euro) ergebe den ungefähren Anteil an der Landesbank (Tabelle). Die Stadtsparkasse München müsste demnach beispielsweise rund neun Prozent der Wertberichtigungen übernehmen. Die Institute wollen die Lasten mit Rücklagen und aus den laufenden Erträgen decken. Verluste sollen nicht anfallen.

"Auf die Sparkassen-Kunden haben die Abschreibungen keinerlei Auswirkungen", betonte ein oberbayerischer Sparkassenchef. Dies lasse der Wettbewerb nicht zu. Ein anderer Vorstand erklärte, sein Institut werde bei entsprechender Bonität weiterhin alle Firmen mit Krediten versorgen. Auch die Gelder für Sponsoring und Spenden würden ungemindert fließen; das Gleiche gilt für die Abgaben an den Fiskus. Ein Banker erklärte: "Die Abschreibungen lassen sich leider nicht steuerlich verrechnen."

Florian Ernst

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