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Sparkassenchef Georg Fahrenschon warnt vor der Zinspolitik der EZB.

Trotz niedriger Zinsen

Sparkassen erwirtschaften 2015 zwei Milliarden Euro Überschuss

Frankfurt/Main - Unter dem Strich war 2015 für den Sparkassenverband ein gutes Jahr. Zwei Millionen Euro Überschuss wurden erwirtschaftet. Georg Fahrenschon warnt jedoch vor schwierigen Zeiten.

Die deutschen Sparkassen haben trotz Minizinsen Gewinn gemacht. Im vergangenen Jahr erzielten sie einen Jahresüberschuss von zwei Milliarden Euro, wie der Sparkassen- und Giroverband am Dienstag in Frankfurt am Main mitteilte. Angesichts der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) warnte Verbandspräsident Georg Fahrenschon vor schwierigen Zeiten. "Die Zeit von kostenlosen Girokonten ist vorbei", sagte Fahrenschon laut Redetext. Aufgrund der historisch niedrigen Zinsen in der Eurozone müssten sich Banken neue Ertragsquellen suchen. 

Die Zinspolitik der EZB sei falsch, gefährlich und nutzlos, weil keinerlei positive Effekte mehr erkennbar seien, ergänzte er. Sie führe zu einer sorglosen Risikopolitik im Markt und habe für die Vermögenssubstanz langfristig eine verheerende Wirkung. "Der vergangene Donnerstag war ein schwarzer Tag für die Vermögenslage der Deutschen und für eine nachhaltige Finanzpolitik insgesamt", erklärte der Sparkassenchef mit Blick auf die Entscheidung der EZB. Die Zentralbank hatte in der vergangenen Woche entschieden, den Leitzins in der Eurozone weiter abzusenken. Er liegt jetzt bei 0,0 Prozent. 

Stark gewachsen ist laut Verband das Kreditgeschäft der Sparkassen. An Unternehmen und Selbstständige vergaben sie 2015 Kredite in Höhe von rund 81 Milliarden Euro. Für Wohnungsneubauten stieg die Kreditvergabe auf etwa 52 Milliarden Euro an. Beides waren demnach neue Rekordwerte für die Sparkassen. Auch die Kundeneinlagen bei den Sparkassen stiegen im vergangenen Jahr deutlich an: Im Vergleich zu 2014 erhöhten sie sich um rund 24 Milliarden Euro auf insgesamt etwa 861 Milliarden Euro.

afp

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