"Drei Prozent wären gutes Signal"

Sparkassen fordern höhere Zinsen

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München - Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes Georg Fahrenschon hat die EZB kritisiert. Er hofft auf steigende Zinsen.

Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes Georg Fahrenschon hofft auf steigende Zinsen schon in den kommenden Monaten. „Die Sparer in Deutschland können auf Dauer mit den niedrigen Zinsen nicht zufrieden sein“, sagte der ehemalige bayerische Finanzminister und CSU-Politiker unserer Zeitung. Die Europäische Zentralbank (EZB) erreiche zudem mit ihrer „Politik des billigen Geldes“ die eigenen Ziele nachweislich nicht. Fahrenschon forderte von der Notenbank ein Signal, dass sie die Geldpolitik ändern wolle. „Ich hoffe, dass die EZB 2014 nutzt, um die Zinswende einzuleiten.“ Der oberste Repräsentant der mehr als 400 deutschen Sparkassen nannte auch eine konkrete Größenordnung: „Drei Prozent Zinsen auf zehnjährige Anleihen wären ein gutes Signal, dass sich Sparen und Investieren hier im eigenen Land lohnt.“ Er hoffe, dass man „in den nächsten Monaten“ mit entsprechenden Erhöhungen beginne.

Fahrenschon kritisierte die Wortwahl von EZB-Präsident Mario Draghi, der die deutsche Kritik an der Niedrigzinspolitik als „perverse deutsche Angst“ beschrieben hatte. Es sei „bedauerlich“, sagte Fahrenschon, wenn dem Notenbankchef „eine so unpassende Formulierung unterläuft“. Deutschland als größte Volkswirtschaft Europas müsse Vorschläge machen und auf Probleme hinweisen können. „Das kann man nicht einfach mit dem Vorwurf eines Rückfalls in nationale Egoismen abtun“, so Fahrenschon.

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Er wünsche sich bei der Bekämpfung der Staatsschuldenkrise eine stärkere Orientierung am deutschen Bankensystem. „Was die Sparkassen und auch die Volks- und Raiffeisenbanken im Rahmen ihres Geschäftsmodells leisten, müsste auch stärker berücksichtigt werden, wenn es um die Kreditversorgung in Spanien, Italien und Griechenland geht“, forderte Fahrenschon.

Durch die niedrigen Zinsen auf Guthaben sei die Sparquote der Deutschen inzwischen von über 12 auf nur noch gut 10 Prozent zurückgegangen. „Das ist gefährlich niedrig.“

pv

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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