„Einige schwierige Jahre“

Sparkassen in Bayern stellen sich auf harte Zeiten ein

München - Die Sparkassen in Bayern setzten in ihrem Filialnetz den Rotstift an: Mit Kosteneinsparungen und Zusammenlegungen wollen sich die Geldhäuser für harte Jahre rüsten.

„Kleinere Filialen werden mit größeren zusammengefasst werden müssen“, kündigte Sparkassenpräsident Ulrich Netzer am Dienstag in München an. Noch seien die Sparkassen zwar gut unterwegs, sie müssten sich aber auf einen deutlichen Rückgang des Zinsüberschusses einstellen: „Es werden einige schwierige Jahre auf uns zukommen.“

Weniger Filialbesuche wegen Digitalisierung

Zudem wickelten immer mehr Kunden ihre Bankgeschäfte online ab. „In Zeiten der Digitalisierung nimmt der Stellenwert des persönlichen Besuchs der Filiale ab.“ Wie viele Filialen betroffen sein könnten, blieb offen. Derzeit haben die Sparkassen rund 2300 Geschäftsstellen in Bayern. In den vergangenen Jahren waren bereits viele Filialen zusammengelegt worden. Dieser Umbau könne sich nun beschleunigen, sagte Netzer. Grundsätzlich hielten die Sparkassen aber an einem dichten Filialnetz fest, weil der persönliche Kontakt wichtig bleibe. In den verbleibenden Geschäftsstellen werde die Beratung deshalb einen größeren Stellenwert haben.

Im vergangenen Jahr legten die Kundengelder um fast drei Prozent auf 146 Milliarden Euro zu - obwohl sich die Guthabenzinsen nahe der Nulllinie bewegen. Strafzinsen auf Sparguthaben erteilte Netzer aber eine Absage: „Wer Privatkunden mit Negativzinsen belegt, muss damit rechnen, dass sie ihre Einlagen abziehen und künftig unter dem Kopfkissen deponieren.“

Einbußen durch Beteiligungen an BayernLB und LBS

Zu schaffen machten den Sparkassen im vergangenen Jahr vor allem die Beteiligungen an der BayernLB und der Landesbausparkasse LBS, deren Wert die Sparkassen um 367 Millionen Euro nach unten korrigieren mussten. Der Löwenanteil davon entfällt auf die LBS, die massiv unter ihren hochverzinsten Altverträgen leidet.

Bei der BayernLB schlugen 2014 vor allem der Verkauf der ungarischen Tochter MKB sowie der Streit mit der einstigen Österreich-Tochter Hypo Alpe Adria zu Buche. Wie hoch der Verlust genau war, wird die Landesbank am Mittwoch bekanntgeben. In Branchenkreisen wird mit einem Minus in Milliardenhöhe gerechnet. Die Sparkassen halten 25 Prozent der Anteile an der Landesbank und sitzen daher mit im Boot.

In der Kreditvergabe, dem Wertpapiergeschäft und der Geldanlage machten die Sparkassen aber gute Geschäfte. Unter dem Strich blieb der Jahresüberschuss mit rund 341 Millionen Euro stabil. „Damit sind die bayerischen Sparkassen insgesamt gut gerüstet“, sagte Netzer. Stark gefragt bei den Kunden in Bayern bleiben besonders Kredite für den Kauf einer Wohnung oder eines Hauses. „Der Trend zur Immobilie hält immer noch an.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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