Sparkassen rüsten sich für weltweites Bankgeschäft

- Berlin - Die Pläne der deutschen Sparkassen, ein Institut für weltweite Finanzgeschäfte aufzubauen, ist offenbar mit Wohlwollen von Bundeskanzler Gerhard Schröder aufgenommen worden. Er hatte kürzlich die Schaffung eines "global ernst zu nehmenden" deutschen Geldhauses angemahnt. Prompt kündigten die Sparkassen einen "globalen Champion" an.

"Wenn die deutsche Volkswirtschaft und die Sparkassen-Finanzgruppe einen Champion aus dem deutschen Markt heraus brauchen, dann stellen wir ihn selbst auf die Beine", sagte Dietrich Hoppenstedt, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands. Die zum öffentlichrechtlichen Verbund zählenden Landesbanken hätten bereits eine starke Rolle bei der Begleitung deutscher Unternehmen im Ausland etwa im Investmentbanking sowie mit Flugzeug- oder Schiffsfinanzierungen. Zunehmend sollten neben dem Mittelstand auch Großkonzerne begleitet sowie Fusionen und Börsengänge in den Blick genommen werden.

Die Bundesregierung wollte die "ersten Überlegungen" Hoppenstedts nicht kommentieren, wie ihr stellvertretender Sprecher Thomas Steg sagte. Es sei aber zu begrüßen, dass der Hinweis des Kanzlers verstanden worden sei, dass die Unternehmen im deutschen Bankenwesen noch nicht zukunftsträchtig für den Wettbewerb aufgestellt seien. Welche Konsequenzen daraus zu ziehen seien, liege aber in der Verantwortung der Unternehmensführungen.

Hoppenstedt sagte, es sei gut für die deutsche Wirtschaft, wenn ein "internationaler Champion" im örtlichen Markt verankert sei. "Doch welche deutsche private Großbank kann das heute noch von sich behaupten?" Die Sparkassen sind der größte Finanzdienstleister im deutschen Drei-Säulen-System, zu dem auch Privatbanken und Genossenschaftsbanken gehören.


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