Sparkassen sperren Geldautomaten für Fremdkunden

Rund 50 Sparkassen haben ihre Geldautomaten für Kunden einiger Banken gesperrt. Die Kontoinhaber können mit ihrer Visa-Karte dort derzeit kein Bargeld mehr abheben. Hintergrund ist ein Konflikt um die Kosten des Geldautomaten-Netzes in Deutschland.

Vier betroffene Kreditinstitute wollen sich gegen die Aussperrung wehren. Die ING-Diba teilte am Freitag in Frankfurt am Main mit, es bestehe der Verdacht, dass unter den Sparkassen eine Absprache getroffen worden sei, die gegen das Kartellrecht verstoße. Außerdem verletzten die Sparkassen die gültigen Regularien des Visa- Konzerns.

Gemeinsam mit der Citibank, der Santander Consumer Bank und der Volkswagen Bank habe man die Sparkassen zu Gesprächen über eine Lösung im Sinne der Kunden aufgefordert. Gelinge das nicht, wollten die vier Banken mit Hilfe der Gerichte und der zuständigen Behörden gegen die Sparkassen vorgehen, kündigte die ING-Diba an. Insgesamt seien acht Institute von der Aussperrung bei verschiedenen Sparkassen betroffen, darunter auch die Postbank, Comdirect, Deutsche Kreditbank (DKB) und GE Money Bank.

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) bestätigte, dass mehrere Sparkassen derzeit die Visa-Karten einiger Banken nicht akzeptierten, und zeigte Verständnis für dieses Verhalten. "Wir können das nachvollziehen", sagte die Sprecherin Michaela Roth. Die Sparkassen stellten den Kunden der Wettbewerber bislang ihre bundesweit rund 25 000 Geldautomaten zur Verfügung. Die Banken hätten nur rund 8000 Geräte aufgestellt, böten also keinen vergleichbaren Service an.

Internet-Banken wie die DKB mit keinen oder sehr wenigen Filialen locken Kunden unter anderem damit, dass man mit ihrer Visa-Karte kostenfrei an sämtlichen Automaten Bargeld ziehen kann. Pro Abhebung zahlen diese Banken nach Angaben der ING-Diba 1,74 Euro an das Institut, das den Automaten betreibt. Die ING-Diba hält diesen Betrag für mehr als kostendeckend. Dem widerspricht der DSGV, nennt aber bislang keine Zahlen zu den Kosten.

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