Siegfried Balleis (56). Der frühere Vertriebskaufmann bei Siemens ist seit 14 Jahren Oberbürgermeister in Erlangen. Das CSU-Mitglied gilt politisch als liberal, er geriet in der Ausländerpolitik mehrmals mit Ex-Innenminister Beckstein aneinander. Balleis ist in zweiter Ehe verheiratet. Seine erste Frau war Gabriele Pauli, mit der er eine Tochter hat.

Sparkassen-Spitze: Kampfabstimmung droht

Zwei CSU-Bewerber, eine Position: Die Städte haben den Erlanger Oberbürgermeister Siegfried Balleis als Kandidaten für das Amt des bayerischen Sparkassen-Präsidenten nominiert. Es droht eine Kampfabstimmung mit dem Chamer Landrat Theo Zellner.

Theo Zellner (61). Der verheiratete Familienvater (ein Sohn) war ursprünglich Hauptschullehrer, ehe er 1989 zum hauptamtlichen Bürgermeister in Bad Kötzting gewählt wurde. Seit 1996 ist er Landrat in Cham/Oberpfalz, seit September 2000 Chef des Bayerischen Landkreistags. Außerdem ist er Vizepräsident des Deutschen Landkreistags.

Die Tage von Siegfried Naser als Präsident des Sparkassenverbands Bayern sind gezählt. Ende Februar räumt der 58-Jährige nach neun Jahren sein Amt – eine Folge des Debakels bei der Landesbank. Naser war früher für die CSU Landrat in Kitzingen. Doch ob sein Nachfolger wieder aus den Reihen der Landräte stammen wird, ist ungewiss. Der Chamer Landrat Theo Zellner hatte sich, kaum war Nasers Rücktritt bekannt, frühzeitig ins Gespräch gebracht. Der 61-Jährige galt lange als ministrabel. Es ist jetzt seine letzte Chance, noch einmal etwas anderes zu machen. Aber anstatt vorab den Vorsitzenden des Bayerischen Städtetags und Regensburger Oberbürgermeister Hans Schaidinger (CSU) zu konsultieren, „ist er vorgeprescht, das war sein großer Fehler“, sagen Insider. Die Städte stellen sechs der 24 stimmberechtigten Verbandsvorstände, zudem entstammen sieben von acht Vorständen städtischen Sparkassen. Gegen den Willen der Städte kann der Sparkassenpräsident nicht gekürt werden.

Umso bedeutsamer ist die gestrige Entscheidung des Vorstands des bayerischen Städtetags. Einstimmig kürte das Gremium den Erlanger Bürgermeister Siegfried Balleis zum einzigen städtischen Kandidaten. Der gleichfalls gehandelte Kemptener Oberbürgermeister Ulrich Netzer (CSU) verzichtete, übrigens zum Leidwesen des Gemeindetags, der gerne einen Land-Bürgermeister gesehen hätte. Balleis gegen Zellner – so heißt jetzt das Duell. Noch laufen Einigungsbemühungen, um bei der für den 26. Februar geplanten Wahl eine Kampfabstimmung zu vermeiden. „Wir werden jetzt mit Landkreistag und Gemeindetag reden, um uns auf einen einzigen Kandidaten zu einigen“, sagte Städtetagschef Schaidinger gegenüber unserer Zeitung nach der Vorstandssitzung. Gegenkandidat Theo Zellner indes hält solche Gespräche für mehr oder minder zwecklos. „Ich gehe davon aus, dass es zu einer Abstimmung zwischen Herrn Balleis und mir kommen wird.“ Nicht ganz ausgeschlossen ist, dass sich die Sparkassen angesichts der verfahrenen Situation auf einen eigenen Kandidaten verständigen – Werner Netzel vom Bundesverband der Sparkassen wurde hier genannt.

Zellners Hoffnung aber ist, dass er mit einer geplanten Neustrukturierung des Sparkassenverbands Skeptiker überzeugen kann. Er will in einem neuen „Kollegialsystem“ Verantwortung auf mehr Schultern verteilen. Ohnehin dürften sich die Bezüge des künftigen Präsidenten – Naser verdiente rund 600 000 Euro jährlich – deutlich reduzieren. Das Gehalt wie bislang an das des stellvertretenden Landesbank-Vorstandschefs anzulehnen, sei nicht mehr opportun, sagte Schaidinger.

Dirk Walter

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