Sparkassen trotzen der Kreditkrise - trotzdem Stellenabbau

München - Weitgehend unbeeindruckt zeigen sich Bayerns Sparkassen von den weltweiten Turbulenzen auf dem Finanzmarkt. "In Zeiten einer der größten internationalen Finanzkrisen gibt es Inseln der Stabilität: die bayerischen Sparkassen", sagte Verbandspräsident Siegfried Naser. Trotzdem rechnen die Banken mit erhöhtem Wettbewerbsdruck und wollen deshalb die Personalkosten weiter senken.

Die Konkurrenz stürze angesichts der Kreditkrise jetzt verstärkt auf das klassische Bankgeschäft, was die Margen weiter unter Druck bringe, meinte Naser. Daher wollen die bayerischen Sparkassen die Personalkosten weiter drücken und über natürliche Fluktuation Stellen abbauen.

In Sachen BayernLB bekräftigte der Verbandspräsident die offizielle Linie von Freistaat und Sparkassen: In diesem Jahr werde man sich auf die aktuellen Herausforderungen konzentrieren, mit strategischen Entscheidungen über die Zukunft der krisengebeutelten Landesbank sei frühestens 2009 zu rechnen. Grundsätzlich aber sei eine weitere Konsolidierung unter den Landesbanken notwendig: "Die Sparkassen in Deutschland brauchen immer ein Spitzeninstitut. Aber wir brauchen keine sieben Spitzeninstitute." Die bayerischen Sparkassen hatten eine Fusion der BayernLB mit der LBBW grundsätzlich befürwortet. Angesichts der Turbulenzen an den Finanzmärkten liegt das Projekt aber erst einmal auf Eis. Die bayerische Landesbank hatte eine Milliardenbelastung im Zuge der Kreditkrise verkünden müssen. Vorstandschef Werner Schmidt musste seinen Hut nehmen. Mit Blick auf die Gründung des Instituts im Jahr 1972 sagte Naser: "Bis heute haben wir noch keinen einzigen Euro verloren, den wir in diese Bank investiert haben."

Im vergangenen Jahr schlugen sich die bayerischen Sparkassen in turbulenten Zeiten wacker. Das Betriebsergebnis vor Bewertung sank unter anderem wegen eines rückläufigen Zinsüberschusses von 1,57 auf 1,42 Milliarden Euro. Wegen einer rückläufigen Risikovorsorge und einer niedrigeren Steuerquote legte das zusammengerechnete Ergebnis unter dem Strich um fast die Hälfte auf 443,3 Millionen Euro zu. "Wir haben ein Geschäftsmodell, das stimmig ist", sagte Naser.

Allerdings müssten die Kosten weiter gedrückt werden. Im vergangenen Jahr sank die Zahl der Vollzeitstellen bei den 75 selbstständigen Sparkassen im Freistaat von rechnerisch 30 561 auf 29 829 Stellen. Die Zahl der Mitarbeiter, von denen viele teilzeitbeschäftigt sind, ging von 47 764 auf 47 197 zurück. Angesichts des harten Wettbewerbs auf dem deutschen Markt dürfte sich dieser Trend fortsetzen.

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