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Die neue „Geldkarte“ der Sparkassen kommt ohne physischen Kontakt zu einem Terminal aus. Per Funk sollen Kunden an der Kasse von Supermärkten oder, wie hier, ihren Kaffee aus dem Automaten bezahlen können.

Sparkassen-Verband: Jetzt kommt das Zahlen per Funk

München - Sparkassenkunden sollen kleinere Einkäufe bald mit einer neuen Technik bargeldlos bezahlen können. Hierfür wollen die Banken 45 Millionen EC-Karten mit einem Funk-Chip ausstatten. Alle Infos über die Chancen und Risiken des „kontaktlosen Bezahlens“.

Das Plastikgeld soll schneller werden. Nach ersten Projekten bei Kreditkartenanbietern wollen die Sparkassen für ihre EC-Karten ab dem zweiten Halbjahr 2011 schrittweise ein einfacheres Verfahren einführen: das „kontaktlose Zahlen“. Die Karte muss nicht mehr in ein Terminal gesteckt werden, sie wird nur noch vor ein Lesegerät gehalten. Das System soll auch die Warteschlangen vor den Kassen verkürzen.

Wie funktioniert das kontaktlose Zahlen?

Per Funk. Die Zahlungsdaten werden dabei verschlüsselt mit dem Terminal an der Kasse ausgetauscht, wenn die Karte im Abstand von zwei bis drei Zentimetern davorgehalten wird. Manche Lesegeräte sehen aus wie eine Briefwaage, die EC-Karte wird darauf gelegt. Der Betrag wird aber nicht vom Konto abgebucht. Die Kunden müssen vorher ein Guthaben auf die Karte laden, erklärt Wolfgang Adamiok, Experte für Kartenzahlverfahren beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV). Dies kann etwa am Geldautomaten geschehen.

Was kann kontaktlos bezahlt werden?

Die Technik ist ausdrücklich nur für kleine Einkäufe gedacht, die sonst in bar bezahlt werden. „Die Möglichkeiten für Beschleunigungen sind daher besonders groß“, meint DSGV-Vorstand Bernd Fieseler. Praktisch ist die Technik daher überall, wo viele Menschen in kurzer Zeit kleine Beträge ausgeben: an Kiosken und in Tankstellen, Kantinen, Universitäten, Sportarenen oder Schnellrestaurants. Die Sparkassen seien im Gespräch mit den bundesweit operierenden Lebensmittel- und Drogerieketten über eine Einführung, sagte Fieseler. Denn noch immer werden knapp 60 Prozent der Einkäufe mit Scheinen und Münzen bezahlt. Die Karten sind aber auf dem Vormarsch – in einigen Jahren dürften die Anteile gleich groß sein.

Wie sicher ist die Technik?

Zwei erprobte Sicherheitsschranken fallen beim kontaktlosen Bezahlen aus Zeitersparnis weg. So sind weder eine Unterschrift noch eine persönliche Geheimzahl (PIN) nötig. Geplant ist allerdings eine technische Sperre, die Beträge über 20 Euro nicht gestattet, erläutert DSGV-Fachmann Adamiok. Für teurere Waren müsse eine PIN eingetippt werden. Um eine Zahlung auszulösen, müsse das Terminal zudem eine passende „Händlerkarte“ haben. Die Funkreichweite messe nur wenige Zentimeter, was ungewollte Zahlungen verhindern soll. Die Verbraucherzentralen fordern Vorkehrungen, dass es nicht zu „virtuellem Taschendiebstahl“ kommen soll, wenn ein Karteninhaber nicht direkt an einer Kasse steht.

Was bringt die Technik den Geschäften?

Für die Geschäfte ist es effektiv, wenn die Kunden an den Kassen rascher bedient werden können. „Die Investitionen müssen sich für die Händler aber rechnen“, heißt es beim Handelsverband Deutschland. Ein neues Terminal koste 250 bis 500 Euro. Die Branche fordert zudem, dass die Methode mit EC-Karte plus Unterschrift nicht verschwindet. Denn dies kostet die Läden nichts, während die Geldinstitute beim PIN-Verfahren 0,3 Prozent des Warenpreises als Gebühr berechnen. Die Verbraucherzentrale Bundesverband mahnt derweil zur Vorsicht, wenn es um mehr Tempo beim Zahlen à la carte geht. Es dauere, etwas zu unterschreiben oder extra zu bestätigen, sagt Bankenreferent Frank-Christian Pauli. Damit aber habe man das Zahlen bewusster unter Kontrolle.

Sascha Meyer

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