Vor 80 Jahren waren die ersten Spülmaschinen nur etwas für betuchte Familien. Inzwischen erleichtern sie in den meisten Haushalten die tägliche Hausarbeit. Foto. dpa

Sparprogramme kosten viel Zeit

Geschirrspüler im Test: Die Ergebnisse

München - Geschirrspülmaschinen sind ausgereift. Keine fiel beim Test durch. Wegen des günstigeren Stromverbrauchs schlagen sich aber breite Modelle besser als schmale.

In zwei von drei Haushalten übernimmt eine Maschine den täglichen Abwasch. Oft ist es ein 60 Zentimeter breites Einbaumodell. Da passt viel hinein. Manche wollen aber eine schmalere Variante. Die Küche ist winzig, der vorhandene Möbelschrank klein. Oder für das Singleleben lohnt sich kein großes Gerät. Ein immer nur halbgefüllter Geschirrspüler verschwendet schließlich Wasser, Strom und Spültabs.

Die Stiftung Warentest hat auch vier kleine Modelle unter die Lupe genommen. Nur zwei haben den Spülmarathon gut überstanden: Bosch SPV69T20EU für zirka 640 Euro und das baugleiche Siemens-Modell für 735 Euro. Die 45 Zentimeter schmalen schmalen AEG F55400VIOP und Miele G 4670 SCVi müssen sich mit einem befriedigenden Urteil begnügen.

Sie spülen sauber, brauchen für die relativ kleine Menge Geschirr aber mehr Strom und Wasser als ihre Konkurrenz. Dem AEG-Gerät fehlt außerdem das wichtige Kurzprogramm.

Teilintegrierte Modelle billiger

Die zwölf 60 Zentimeter breiten Geräte schneiden allesamt gut ab. Vier liegen vorn: Bosch SMV69N00EU (ca. 985 Euro) und die baugleiche Siemens SN66N093EU (ca. 900 Euro), Neff S51N58X2EU (845 Euro) sowie Siemens SN65V096EU (940 Euro). Für sie gibt es auch gleich gute, teilintegrierfähige Geschwistermodelle.

Vollintegrierfähige Einbaugeräte wie im Test werden nach dem Einsetzen in einen Möbelschrank komplett mit einer Tür verkleidet. Die Bedienblende ist von außen nicht zu sehen. Ein teilintegriertes Gerät steht in einer freien Nische der Einbauküche und wird mit einer Möbelplatte verkleidet. Die Bedienblende bleibt von vorn sichtbar.

Qualitativ unterscheiden sich beide Bauarten nicht, preislich sehr wohl. So kosten die teilintegrierten Schwestermodelle der vier besten Spülmaschinen im Durchschnitt zwischen 115 und 255 Euro weniger als die eleganten vollintegrierten Modelle.

Allerdings gibt es einen Fall, in dem das vollintegrierte Gerät GSXK 520 SD mit 455 Euro weniger kostet als das teilintegrierte (GSIK 520 SD in) mit 605 Euro. Allerdings sind beide Geräte wegen kleiner Mängel im Detail mit der Note 2,5 gerade noch gut. Sauber wird das Geschirr allemal. Auch im Strom- und Wasserverbrauch gibt es keine Unterschiede zwischen beiden Bauformen. Im Sparprogramm brauchen die Spüler im Schnitt weniger als 1 Kilowattstunde Strom und um die 10 Liter Wasser.

Kleine sparen Platz aber keinen Strom

Besonders sparsam erscheinen die schmalen Geräte nur auf den ersten Blick. Das kleine Bosch-Modell braucht zum Beispiel nur 0,68 Kilowattstunden Strom und 9,4 Liter Wasser. Damit spült es aber nur zehn genormte Gedecke statt 12 bis 14 wie die großen. Vergleicht man die Betriebskosten bezogen auf die Geschirrmenge, zeigt sich: Die Minis von Miele und AEG verursachen die höchsten Strom-, Wasser- und Spültabkosten, fast 170 Euro jährlich. Die anderen Geräte liegen zwischen etwa 115 und 140 Euro.

Sparen kann man auch mit Modellen aus dem Vorjahr. Auch da erreichten die meisten Modelle gute Noten. Sie sind heute aber zum Teil für bis zu 230 Euro billiger zu haben. Die Schnäppchenjagd kann sich auszahlen.

Über drei Stunden fürs Sparprogramm

Wer die Umwelt und auch den eigenen Geldbeutel beim Betrieb der Maschine schonen will, braucht viel Geduld. Grundlage für die Energieeffizienzklasse ist das Sparprogramm, auch Labelprogramm genannt. Es ist der kostengünstigste Spülgang, aber auch der längste. Um die drei Stunden sind üblich. Die längste Dauer beträgt 3:15 Stunden, die kürzeste 2:50 Stunden. Trotzdem sollten Verbraucher den Schneckengang möglichst oft einschalten. Bei anderen Programmen zahlen sie drauf. Die Mehrausgaben für das Kurzprogramm zum Beispiel addieren sich im Laufe des Jahres auf rund 30 Euro.

Im Expressgang wird Geschirr nicht sauber

Einige Maschinen bieten sogar einen besonders schnellen Express-, Quick- oder Schnellgang. Er dauert 30 bis 45 Minuten. Doch das Ergebnis überzeugt nicht. Wirklich verschmutzte Teller, Schüsseln und Tassen werden in dieser Zeit nicht wirklich sauber.

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