Sparstreit bei Daimler: Lösung für Sindelfinger Werk nicht in Sicht

- Stuttgart - Ohne Anzeichen für eine Annäherung sind die Verhandlungen zwischen Vorstand und Betriebsrat über die millionenschweren Kostensenkungen bei Daimler-Chrysler in eine weitere Runde gegangen. Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm hatte vor Beginn der Gespräche im ZDF gesagt, die Verhandlungen befänden sich in einer schwierigen Phase. Der Vorstand beharre auf jährlichen Kosteneinsparungen von 500 Millionen Euro. Die dafür verlangten Eingriffe in tariflich vereinbarte Zuschläge und Pausenregelungen werde der Betriebsrat aber nicht akzeptieren.

<P>Dennoch wurden auch Signale für eine Einigung ausgesandt: "Sicher wird es eine Einigung geben, weil der jetzige Zustand nicht von Dauer sein kann", sagte der IG-Metall-Vorsitzende Jürgen Peters der "Neuen Presse" in Hannover.<BR><BR>Zuvor war aus Verhandlungskreisen verlautet, beim Sparvolumen habe es bereits eine Annäherung gegeben. Allerdings sei weiter umstritten, wie die Einsparungen erreicht werden sollten. Aus Betriebsratskreisen hieß es, unabhängig von den jetzigen Verhandlungen bereite man sich auch auf auf weitere Protestaktionen der Belegschaft am Freitag vor. Gestern hatten sich in Sindelfingen rund 700 Mitarbeiter an einem Gabelstaplerkorso beteiligt.<BR><BR>Bei den schwierigen Verhandlungen zwischen Vorstand und Gesamtbetriebsrat des Autokonzerns gilt das "Acht-Augen-Prinzip": Für das Unternehmen sitzen die meiste Zeit Mercedes-Chef Jürgen Hubbert und Personalvorstand Günther Fleig am Konferenztisch, für die Arbeitnehmer Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm und der badenwürttembergische IG Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann. Auch wenn in den vergangenen Tagen beide Seiten sich über die Medien mit teilweise harten Worten bekämpft haben, ist die Atmosphäre in einem Konferenzraum in der Konzernzentrale in Stuttgart-Möhringen nach Angaben aus Verhandlungskreisen konstruktiv.<BR><BR>Der Konzern will bei der Produktion neuer C-Klasse-Modelle von 2007 an in Sindelfingen jährlich 500 Millionen Euro Kosten einsparen. Andernfalls werde die Produktion nach Bremen und Südafrika verlagert. Dies würde 6000 der über 30 000 Arbeitsplätze in Sindelfingen kosten. Der Betriebsrat ist zu Einschnitten bereit, wenn der Vorstand für die betroffenen Mercedes-Werke eine Standortgarantie bis zum Jahr 2012 gibt.<BR></P><P> </P><P> </P>

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