"Spart Zeit und Kosten"

- Wir sprachen über die bayerische Lösung mit Reinhard Dörfler, Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern.

Was bringt Unternehmen die Abrechnung nach dem Pauschalierungsmodell?

Dörfler: Der Vorteil besteht darin, dass ein Unternehmer nicht zweimal im Monat eine sehr detaillierte Lohnabrechnung erstellen muss. Mit der von uns vorgeschlagenen Pauschalierung spart er aber nicht nur Zeit und damit Kosten, sondern er läuft auch nicht Gefahr, Säumniszuschläge noch obendrauf zahlen zu müssen.

Eine finanzielle Entlastung ist damit aber wohl nicht verbunden?

Dörfler: Doch auch, natürlich. Würde es diese neue Regelung nicht geben, wären auf ein mittelständisches Unternehmen schnell Kosten in fünfstelliger Höhe pro Jahr zugekommen. Sie müssen ja den Zeitaufwand berechnen, den der Unternehmer für ein enorm aufwändiges, bürokratisches Verfahren treiben müsste, anstatt Aufträge an Land ziehen zu können.

Wie sehr wird der Bürokratieaufwand der Betroffenen vermindert?

Dörfler: Erheblich. Nach der gesetzlichen Neuregelung hätte der Unternehmer bereits vor Ende des Monats anhand der zu erwartenden Arbeitsstunden die Abgaben exakt berechnen müssen. Nach Ablauf des Monats wäre dann noch einmal die endgültige Abrechnung samt Korrekturen fällig geworden.

Wie viele Unternehmen profitieren von der bayerischen Regelung?

Dörfler: Nützlich ist sie prinzipiell für alle Unternehmen, denn jetzt haben sie die Wahlmöglichkeit. Besonders profitieren aber sicherlich Unternehmen, bei denen die Mitarbeiterzahlen oder Arbeitsstunden stark schwanken und die variable Lohnbestandteile haben. Das ist schätzungsweise bei mindestens einem Drittel aller Unternehmen in Bayern der Fall.

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