Spekulationen treiben Ölpreis auf Kriegsniveau

- Hamburg - Die Benzin-Preise in Deutschland sind auf ein neues Jahreshoch geklettert. Auch das Rohöl ist so teuer wie seit längerem nicht mehr. Und dieser Trend wird wohl auch noch länger anhalten, glauben Experten.

<P>Ein Liter Superbenzin kostete Ende der Woche durchschnittlich 1,12 Euro. Das seien zwei Cent mehr als in der Vorwoche, berichtete die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf den Energie-Informationsdienst (EID) in Hamburg. Der Anstieg werde vor allem mit den weltweit hohen Rohölpreisen begründet. Nach Einschätzung des HWWA-Ölexperten Klaus Matthies werden die sehr hohen Ölpreise auch in absehbarer Zeit nicht sinken.</P><P>Für Normalbenzin müssten Autofahrer derzeit durchschnittlich 1,10 Euro je Liter zahlen, hieß es. Das wären ebenfalls zwei Cent mehr als in der vergangenen Woche. Diesel-Kraftstoff sei mit durchschnittlich 90 Cent sogar knapp drei Cent teurer. Nach Angaben des EID hätten die Erhöhungen in einigen Regionen zeitweise sogar bis zu sechs Cent pro Liter betragen.</P><P>"Wir rechnen nicht länger mit einem Jahresdurchschnitt von 25 Dollar für ein Barrel Öl, sondern eher mit 28 Dollar", sagte Matthies vom Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Archiv (HWWA). Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent kostete im Laufe der Woche zeitweise mehr als 34 Dollar und damit ebenso viel wie zu Beginn des Irak-Krieges vor einem Jahr.</P><P>Bei den Ursachen für die hohen Preise tappen die Experten allerdings im Dunkeln. "Es wird viel verbraucht und die Lager in den USA sind nur wenig gefüllt", sagte Matthies. "Andererseits wird auch so viel Öl gefördert wie noch nie." Der Irak steigere nach und nach seine Exportmengen. Die Opec (Organisation Erdöl exportierender Länder) produziere deutlich über ihren festgelegten Quoten und verfüge nur noch über geringe freie Kapazitäten.</P><P>Da aus den grundlegenden Daten von Angebot und Nachfrage die hohen Preise nicht erklärbar seien, spielen offenkundig die Erwartungen der Märkte eine wesentliche Rolle. "Die Spekulation ist darauf gerichtet, dass der Ölpreis noch nicht sinkt", erklärte Matthies.</P>

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