"Spiegel": Bahn plant Sparprogramm und Einstellungsstopp

Berlin - Wegen der Kosten durch die jüngsten Tarifabschlüsse will die Deutsche Bahn nach "Spiegel"-Informationen ein Sparprogramm auflegen. Unter anderem sei ein Einstellungsstopp geplant, berichtet das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf Aufsichtsratskreise.

Die Bahn räumte auf Nachfrage zwar ein, dass in den kommenden Wochen über interne Konsequenzen gesprochen werde, aber ein Einstellungsstopp sei bislang nicht beschlossen. "Es gibt einen ganzen Strauß von möglichen Maßnahmen", sagte ein Konzernsprecher der dpa.

Die Lokführer sollen nach einer vorläufigen Abmachung zwischen Bahn und der Gewerkschaft GDL noch in diesem Jahr 11 Prozent mehr Geld bekommen sowie eine Einmalzahlung von 800 Euro. Für alle übrigen Beschäftigten sind mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA bis 2010 Einkommenssteigerungen von 10 bis 14 Prozent vereinbart. Bahnchef Hartmut Mehdorn beziffert die zusätzliche Kosten laut "Süddeutscher Zeitung" (Samstag) mit 1,6 Milliarden Euro in den nächsten fünf Jahren. Zu Wochenbeginn hatte Mehdorn deshalb bereits mit Stellenabbau und höheren Fahrpreisen gedroht.

Nach der Einigung zwischen Bahn und Lokführergewerkschaft soll der Tarifvertrag bis Ende Januar fertig sein. Die Bahngewerkschaft Transnet betonte vor einer für Dienstag geplanten Verhandlungsrunde über das neue Entgeltsystem, sie wolle keine weiteren Forderungen stellen. "Der Abschluss der Lokführer ist nach dem, was ich bisher kenne, nicht höher als unserer", sagte Transnet-Chef Norbert Hansen der "Welt am Sonntag". "Damit gibt es voraussichtlich keinen Grund, Nachverhandlungen einzufordern."

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