"Krankenkassen sind keine Sparkassen"

Gesetzliche Kassen steigern Überschuss

Berlin - Die gesetzliche Krankenversicherung hat ihre Rücklagen weiter ausgebaut. Im zweiten Quartal dieses Jahres lagen die Einnahmen um 2,7 Milliarden Euro über den Ausgaben.

Das berichtet das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ unter Berufung auf die jüngste interne Finanzschätzung der Kassen. Der Überschuss im Gesundheitsfonds und bei den einzelnen gesetzlichen Krankenkassen sei damit auf 22 Milliarden Euro gestiegen.

Angesichts dieser Überschüsse forderte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) die gesetzlichen Kassen erneut auf, Prämien an ihre Mitglieder auszuschütten. Man werde es nicht zulassen, dass sie Geld bunkern. „Wir könnten sie notfalls zwingen, Beitragsgelder zurückzuzahlen“, sagte Bahr dem Nachrichtenmagazin. „Im Zweifel müssten wir das Gesetz ändern. Krankenkassen sind keine Sparkassen.“

Es gebe bereits den Mechanismus, dass eine Kasse Zusatzbeiträge erheben müsse, wenn ihre Reserven einen bestimmten Schwellenwert unterschreiten. „Analog könnte man automatische Rückerstattungen ab einer bestimmten Höhe der Überschüsse vorschreiben“, sagte Bahr. „Am besten wäre es aber, die Kassen würden Prämien selbstständig auszahlen.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

USA und China verschärfen Handelsstreit dramatisch
Geht es nach Donald Trump, soll die Hälfte aller chinesischen Einfuhren in die USA mit Strafen belegt werden. Peking will Vergeltung üben. Die beiden größten …
USA und China verschärfen Handelsstreit dramatisch
Audis kommissarischer Chef heißt Bram Schot
VW und Audi halten sich im Falle Stadler alle Optionen offen. Der Audi-Chef wurde beurlaubt und der bisherige Vertriebsvorstand Schot auf seinen Posten berufen. …
Audis kommissarischer Chef heißt Bram Schot
Lange Wartezeiten am Frankfurter Flughafen möglich
Deutschlands Tor zur Welt klemmt derzeit. Zum Beginn der Sommerferien in einigen Bundesländern herrscht am Frankfurter Flughafen Anspannung. Staus wie zu Ostern sollen …
Lange Wartezeiten am Frankfurter Flughafen möglich
Frau lenkt Diskussion nach Aldi-Post in andere Richtung: Wurden wegen der WM tatsächlich viele Hunde getötet?
Über positive Aufregung vor der Fußball-WM wollte Aldi Süd auf Facebook schreiben - und erlebte eine aus ganz anderen Gründe aufgeregte Kundin.
Frau lenkt Diskussion nach Aldi-Post in andere Richtung: Wurden wegen der WM tatsächlich viele Hunde getötet?

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.