+
Ein Kfz-Meister lädt im Rahmen der Rückrufaktion zum Abgasskandal ein Software-Update auf einen Volkswagen Golf. Foto: Julian Stratenschulte

Finanzielle Beteiligung

"Spiegel": Volkswagen gibt Zusagen in Dieselkrise

Hinter den Kulissen verhandelt der Verkehrsminister mit den deutschen Autobauern, ob und wie stark sich diese am geplanten Diesel-Paket beteiligen. Nun soll es erste konkrete Angebote der Industrie geben.

Berlin/Wolfsburg (dpa) - Der Autokonzern Volkswagen hat in der Dieselkrise bei Verhandlungen mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) laut einem Medienbericht konkrete Zusagen gemacht.

Demnach versprach Konzernchef Herbert Diess, sich an möglichen technischen Nachrüstungen von älteren Dieselautos finanziell zu beteiligen, wie der "Spiegel" am Donnerstag meldete. Außerdem wolle VW ein großes Umtauschprogramm für Autos der Schadstoffklassen Euro 4 und 5 auflegen.

Ein Sprecher Scheuers wollte das nicht kommentieren. Aus VW-Konzernkreisen hieß es gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, man arbeite an "konkreten Lösungen". VW sei an einer sinnvollen Lösung interessiert, um Fahrverbote zu vermeiden. Es komme nun darauf an, welche gemeinsame Position die Bundesregierung einnehme. Diese werde dann von VW bewertet. Es gebe noch keine festen Zusagen.

Die Position der Autoindustrie war bisher, dass Hardware-Nachrüstungen zu aufwendig und teuer seien. Daher lehnten die Hersteller diese Umbauten am Motor ab.

Beim Einbau von Stickoxid-Katalysatoren bestand Diess laut "Spiegel" jedoch mit Blick auf die Aktionäre seines Unternehmens darauf, nur 80 Prozent der Kosten der Nachrüstung zu übernehmen. Diese liegen pro Fahrzeug bei durchschnittlich etwa 3000 Euro. Damit lehnt er den Plan Scheuers ab, dass die Hersteller die gesamten Kosten tragen sollen.

Scheuer verhandelt mit den drei großen deutschen Herstellern Volkswagen, Daimler und BMW über ein Maßnahmen-Paket, um Diesel-Fahrverbote in Städten zu verhindern. Am (morgigen) Freitag will sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dazu mit mehreren Fachministern treffen. Die Bundesregierung ringt seit langem um eine gemeinsame Linie in der Dieselkrise.

Im Kern geht es bei dem Paket um ein mögliches Programm zum Rückkauf älterer Diesel durch Hersteller, höhere Prämien für Autobesitzer, die alte Diesel abgeben und neue Wagen kaufen, sowie Umbauten am Motor.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Thyssenkrupp stellt Geschäftszahlen vor
Essen (dpa) - Die erst wenige Wochen amtierende Thyssenkrupp-Chefin Martina Merz legt heute erstmals die Bilanz des angeschlagenen Essener Industriekonzerns vor. Es wird …
Thyssenkrupp stellt Geschäftszahlen vor
Zollstreit belastet deutschen Aktienmarkt wieder
Frankfurt/Main (dpa) - Der Handelskonflikt zwischen den USA und China hat die Börsenkurse am Mittwoch wieder gedrückt. Nach einem Vortag ohne bedeutende Nachrichten von …
Zollstreit belastet deutschen Aktienmarkt wieder
Kein Tabu mehr: Minuszinsen ab dem ersten Euro
Das viele billige Geld der Europäischen Zentralbank hat nicht nur positive Auswirkungen - das bekommen immer mehr Bankkunden zu spüren. Europas Währungshüter zeigen sich …
Kein Tabu mehr: Minuszinsen ab dem ersten Euro
Acht Länder mit Problemen beim Euro-Stabi-Pakt
Die Konjunkturaussichten für 2020 haben sich deutlich eingetrübt, nun drohen in einigen Euro-Staaten auch wieder Probleme mit den öffentlichen Finanzen. Für Deutschland …
Acht Länder mit Problemen beim Euro-Stabi-Pakt

Kommentare