Spielregeln bei der Mietauto-Suche

Kein Ärger mit dem Urlaubswagen: - Jedes vierte Mietauto weist erhebliche Mängel auf, jedes zehnte hätte gar nicht erst vermietet werden dürfen. Das hat ein Test des ADAC bei Mietwagenanbietern in verschiedenen Urlaubsländern ergeben. Hier finden Sie, die wichtigsten Regeln, die man beachten muss, um Ärger mit dem Leihwagen zu vermeiden.

Wo buchen?

ADAC-Sprecher Peter Hemschik rät dringend dazu, das Mietauto bereits in Deutschland zu buchen und nicht erst im Urlaubsort. Gerade bei Pauschalreisen könne man einen Pkw oft gleich dazubestellen. "Der Vorteil ist, dass man so in Deutschland einen Ansprechpartner hat und sich zudem sicher sein kann, im Urlaub ein Auto zur Verfügung zu haben." Denn gerade in der Hochsaison könne es passieren, dass die Vermieter vor Ort ausgebucht sind. Zudem komme es häufig vor, dass die Verträge ausschließlich in der Landessprache verfasst sind.

Welcher Anbieter?

Welche Autovermietung die Beste ist, können selbst Experten nicht sagen. Bei dem aktuellen ADAC-Test unter 61 Mietwagenverleihern in sechs Urlaubsländern haben Avis, Hertz und Europcar gut abgeschnitten. "Das kann aber bei einem neuen Vergleich schon wieder ganz anders aussehen", sagt Hemschik. Seiner Ansicht nach könne man den großen Anbietern meist mehr vertrauen.

Petra von Rhein, Juristin bei der Verbraucherzentrale Bayern, empfiehlt, sich auch bei kleineren Vermietern umzuschauen. Diese müssten nicht immer schlechter sein. Preise vergleichen kann man im Internet unter den Adressen www.billiger-mietwagen.de und www.mietwagenmarkt.de. Diese Links werden auch von der Stiftung Warentest empfohlen.

Wie versichern?

Den optimalen Versicherungsschutz bietet eine Vollkasko ohne Selbstbeteiligung. Bei einer Haftpflicht-Versicherung muss man darauf achten, dass die Deckungssumme ausreichend hoch ist, der ADAC empfiehlt mindestens eine Million Euro. Nach dieser Summe müssten sich Mietwagen-Suchende vorher erkundigen.

Ist die Deckungssumme zu niedrig - wie zum Beispiel oft in der Türkei und in Spanien - sollte eine sogenannte Mallorca-Police, eine Zusatz-Versicherung, abgeschlossen werden. Sie gilt im europä-ischen Ausland für ein bis zwölf Monate und kostet pro Monat in der Regel 17 Euro. Manche Haftpflichtversicherer haben die Mallorca-Police schon in der Haftpflichtpolice für den eigenen Pkw enthalten. Danach sollte man sich vor dem Urlaub bei seiner Versicherung erkundigen. Vorsicht ist geboten, wenn man zu zweit unterwegs ist, und der Beifahrer auch einmal das Steuer übernehmen will. Oft muss man für einen weiteren Fahrer einen Aufpreis zahlen.

Wie bezahlen?

Bei der Bezahlung empfiehlt ADAC-Sprecher Hemschik, eine Kreditkarte bei sich zu haben. "Die zieht der Vermieter dann durch sein Gerät, als Sicherheit im Falle eines Schadens." Andernfalls könne es passieren, dass der Urlauber 500 Euro als Kaution beim Anbieter hinterlegen muss.

Worauf bei der Übergabe achten?

Bei der Übergabe sollten Urlauber den Zustand des Leihautos genau überprüfen. Denn für ein verkehrstaugliches Fahrzeug ist der Fahrer verantwortlich, und nicht der Vermieter. Ein seriöser Vermieter wird die Vorschäden sofort vermerken. Kontrollieren sollte man auch, ob auf der Rückbank Gurte vorhanden sind. In etlichen Urlaubsländern ist das nicht selbstverständlich. Vor dem Losfahren ist es sinnvoll, die Funktionen des Autos wie Licht und Warnblinkanlage zu testen. "Jedes Auto funktioniert anders und wenn es dunkel wird, sucht man dann hektisch nach dem richtigen Hebel", weiß der ADAC-Sprecher. Überprüfen sollte man außerdem den Luftdruck der Reifen, den Ölstand und die Kühlflüssigkeit.

Empfehlenswert sei darüber hinaus, sich vor dem Start zu erkundigen, welches Benzin man tanken muss und wo die nächste Tankstelle ist. "Es ist weit verbreitet, den Kunden ein nahezu leeres Auto hinzustellen. Man muss oft schauen, dass man es noch zur nächsten Tankstelle schafft." Hemschik rät daher, schon im Vorfeld abzusprechen, wie voll der Tank bei der Übernahme ist und mit wie vielen Litern der Urlauber das Auto wieder abgeben muss.

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