Spiral-Nudeln im Test: Nur eine von 25 makellos

München - Nudeln zählen längst zu den Stars auch in der deutschen Küche. Gilt es, viel Sauce aufzunehmen, sind Spiralnudeln, italienisch Fusilli, die erste Wahl. Nicht immer erste Wahl waren leider die Nudeln, die die Stiftung Warentest unter die Lupe genommen hat. Zwei Bio-Nudelsorten hätten wegen Schimmelpilzgift gar nicht verkauft werden dürfen.

Die Tester haben die Spiralnudeln pur gegessen. Nicht mal Salz im Kochwasser gönnten sie sich - das könnte schon kleine geschmackliche Fehler überdecken. Unter diesen Bedingungen konnte von 25 Marken Spiralnudeln nur eine vollends überzeugen: Buitoni.

Womit die Siegernudel punktet

Die in Italien hergestellten Buitoni Eliche für 1,29 Euro pro 500 Gramm waren nicht nur makellos in Aussehen, Geruch, Geschmack und Mundgefühl, sondern dazu noch aromatisch. Auch was Keime, Schadstoffe und Verpackung betrifft, hatten die Tester kaum etwas zu kritisieren. Damit lässt die Nestlé-Marke Buitoni die anderen beiden Großen im Pastageschäft hinter sich: Birkel und Barilla. Barilla landet im Test bei „befriedigend“. Birkel punktet immerhin mit den guten Eierspiralen 7 Hühnchen. Aber auch die befriedigenden 3 Glocken Spiralen gehören zum deutschen Nudelhersteller Birkel.

Verkaufsstopp für Schimmelnudel

In den Alnatura-Bio-Spirelli und den Rossmann enerBio Vollkorn-Spirelli wiesen die Warentester das Schimmelpilzgift Deoxynivalenol nach, kurz DON genannt - und zwar deutlich über dem gesetzlich zulässigen Höchstgehalt. Die Spirelli waren nicht verkehrsfähig und damit mangelhaft. DON wird von Pilzen der Gattung Fusarium gebildet. Diese befallen das Getreide, insbesondere Hartweizen, typischerweise schon auf dem Feld und vermehren sich vor allem bei feuchter Witterung.

Als gesundheitlich tolerierbar gilt ein Mikrogramm DON pro Kilogramm Körpergewicht und Tag - ein Leben lang. Mit einer Portion Rossmann- oder Alnatura-Nudeln, die roh 100 Gramm wiegt, überschreitet ein 60 Kilogramm schwerer Mensch diese Menge um die Hälfte. Bei Zwei- bis Fünfjährigen wären täglich schon 20 Gramm dieser Nudeln zu viel. Dennoch: Gelegentliche Überschreitungen der tolerierbaren Menge führen nicht zu akuten Vergiftungen oder Schädigungen des Immunsystems. Die Anbieter reagierten auf die Testergebnisse: Rossmann stoppte den Verkauf der betroffenen Nudeln sofort. Alnatura rief restliche Packungen aus dem Handel zurück und bot an, betroffene Packungen zu ersetzen.

Wann die Nudel gut ist

Spiralnudeln liegt ein simples Rezept zugrunde: Nur Wasser, Weizen und zuweilen Ei kommen in den Teig - mehr nicht. Doch nicht allen Herstellern gelingen gute Spiralen. Manche brechen, sind im Mund etwas schleimig, schmecken leicht metallisch oder fade. Mitunter führen Risse dazu, dass sich die Spiralform beim Kochen auflöst. Dabei ist es den Windungen zu verdanken, dass die Nudel perfekt Sauce aufnimmt.

Mit der falschen Kochzeit kann die beste Nudel noch hart oder schon zerkocht sein. Doch wann sind Nudeln „al dente“? Die Nudeltester haben sie so lange gekocht, bis nur noch der Kern sehr leicht bissfest war. Die Zeit stimmte meist mit der angegebenen Kochzeit überein. Am längsten brauchten die Riesa Fitmacher Eierspiralen mit 14,5 Minuten. Am schnellsten ging es bei 3 Glocken mit 5,5 Minuten.

Rubriklistenbild: © dpa

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