Spitzenathlet mit Geschäftssinn

- Pasenbach -Hochgejubelt und dann im tiefen Loch - viele Spitzensportler haben große Probleme, im Anschluss an eine erfolgreiche Karriere ihren Platz im Leben zu finden. Günther Schramm gehört nicht dazu. Der ehemalige Bayerische Taekwondo-Meister blieb seinem Sport treu. Er gründete 1980 die Sportartikelfirma Schramm Sport GmbH, die unter dem Label Kwon (koreanisch: die Faust) weltweit Athleten ausstattet.

<P>Schramm pflegt seit seiner Marktführer für Kampfsportartikel</P><P>Zeit als Aktiver viele persönliche Kontakte in der Kampfsportszene. Darauf gründet auch das Erfolgsrezept seines international operierenden Familienunternehmens, das mittlerweile Marktführer in Deutschland ist und auch darüber hinaus kaum Konkurrenz hat. Vor Ort, in der Trainingshalle oder auf den großen Sportveranstaltungen, sondieren Günther Schramm und seine Mitarbeiter die Nachfrage. Sobald lukratives Potenzial entdeckt wird, entwickelt die Schramm Sport GmbH in enger Kooperation mit dem TÜV ein passendes Angebot, erläutert Filius Edmund Schramm. </P><P>Alles begann in den späten 70er-Jahren in sehr bescheidenem Rahmen. Schramm war in Deutschland anerkannter Fachmann einer Randsportart. Eine Randsportart, die seinerzeit ohne jeglichen Körperschutz ausgetragen wurde. Taekwondo bekam ein wenig einladendes, ja brutales Image. Das wollte der Pionier Schramm ändern - binnen weniger Jahre revolutionierten seine Ideen den internationalen Kampfsport. Adi Dasslers Stollenschuh - extra für Sepp Herbergers Buben zur WM 1954 gebastelt - löste für den Breitensport Fußball im Ausrüstungsbereich einen ähnlich grundlegenden Wandel aus, wie 30 Jahre später Schramms Schutzkleidung in der Kampfsportszene. </P><P>Wie bei den Schuhen für Sepp Herbergers Buben</P><P>Mit einigen, von ihm selbst entworfenen Sportanzügen reiste Schramm in den ausgehenden 70er-Jahren einige Male in die Mutterländer des Kampfsports, nach Asien. Während seine Innovation vor allem bei den europäischen Sportlern auf Begeisterung stieß, lehnten die traditionsbewussten Koreaner sie zunächst ab - aber nicht lange. Schramm ließ sich nicht entmutigen und gründete seine eigene Firma. Kampfsport wurde in Europa gesellschaftsfähig. Mittlerweile bieten die Labels von Günther Schramm, Kwon und Danrho, so ziemlich jeden Artikel an, der im Kampfsport benötigt wird. Von der Bodenmatte bis zum Sandsack, vom Schuh bis zum Kopfschutz. Alles kann mittlerweile in über 100 Ländern gekauft werden.</P><P>1990 zog der Firmensitz von Dachau 15 Kilometer nördlich nach Pasenbach um. Knapp zehn Jahre später übernahm Schramm mit der Firma Sport Rhode einen der ältesten Kampfsportartikelhersteller weltweit. Schramms Sportartikelfirmen stellen ihre Produkte nicht selbst her, gezielt wird international nach Subunternehmern gesucht. In China, Taiwan, Korea, Pakistan, in den USA, aber auch in Europa lässt Schramm produzieren. In Deutschland haben sich zwei Werke auf Kwon-Produkte spezialisiert. Dadurch hält die Familie Schramm den fest angestellten Mitarbeiterstamm gezielt klein, knapp 60 Angestellte beschäftigen sich in Pasenbach mit Produktinnovationen, organisieren den internationalen Vertrieb, befassen sich mit Marketing. Vor einigen Jahren wagte Schramm den Sprung auf den US-Markt. Auch hier verlässt man sich auf die Familie: Sohn Bernhard leitet heute die Geschäfte in Grand Rapids/Michigan. <BR></P>

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