EM Sport kündigt Großes an und schweigt

München - Die ehemalige EM.TV baut auf das Internet. Im Hintergrund werden weit umfangreichere Pläne gewälzt. Es geht um eine große Akquisition oder Partnerschaft. Leo Kirch soll seine Finger im Spiel haben.

Die jüngst in EM Sport Media umgetaufte Ex-Medienfirma EM.TV steht vor einer neuen Phase ihrer wechselvollen Unternehmensgeschichte. "Wir wollen unseren Umsatz bis 2010 aus eigener Kraft, aber auch durch Zukäufe und Partnerschaften verdoppeln", sagte EM- Vorstand Rainer Hüther zur Vorstellung erster Wachstumsschritte in München.

Dabei ging es um eine Ausweitung der Online-Aktivitäten um die EM-Tochter Sport 1, den hierzulande führenden Anbieter von Sportnachrichten im Internet. Dazu kommen neue Portale ins Netz und ein neuer Gesellschafter an Bord. Bereits erfolgreich online gestartet sei das Männer-Programm Hombrero, das in seinem Bereich hinter dem Internetangebot von Playboy in Deutschland binnen weniger Monate zur Nummer zwei aufgestiegen sei, sagte Hüther.

Für aktive Freizeitsportler bringt Sport1 nun das Portal Sportsfreunde. Außerdem erwirbt die auf Internetfirmen spezialisierte Beteiligungsfirma European Founders Fund bis zu ein Zehntel an Sport1, um für frische Ideen zu sorgen. Unter dem Strich werde das Online-Geschäft aber nur einen kleineren Teil zu den gesamten Wachstumsplänen beisteuern, die binnen drei Jahren für rund 430 Millionen Euro Erlös sorgen sollen, sagte Hüther. Er kündigte für die nächsten Monate eine für die EM-Strategie wichtige Nachricht an, wollte aber nicht konkret werden. Mit eigenen Aktivitäten oder kleineren Zukäufen allein seien die Wachstumsziele nicht zu erreichen. Dazu brauche es eine größere Akquisition oder Partnerschaft.

Gemunkelt wird in der Branche über ein Zusammengehen des neuen und künftig exklusiv auf Sportgeschäfte ausgerichteten EM-Konzerns sowie der daran bereits zu 15 Prozent beteiligten Schweizer Medienholding Highlight Communications. Highlight vermarktet über eine Tochter die Fußball-Champions League und würde von daher gut zur neuen EM-Strategie passen, räumen führende Manager des Münchner Konzerns ein. EM verfügt über den Sportsender DSF, die auf Sportproduktionen spezialisierte Produktionsfirma Plazamedia und die Online-Tochter Sport1.

Die angedachten Veränderungen dürften fundamental sein. Bereits beschlossen ist der Verkauf aller TV-Rechte an Kinder- und Jugendprogrammen, der einstigen Keimzelle des früher als EM-TV bekannten und an der Börse massiv abgestürzten Münchner Konzerns. Er könne nicht sagen, ob dieser in zwei Jahren noch ein selbständiges börsennotiertes Unternehmen sei, sagte EM-Chef Werner Klatten vor kurzem. Auch ein Dreierbündnis von EM, Highlight und der Münchner Filmfirma Constantin, die die Schweizer fast vollständig besitzen, scheint möglich.

An der Börse kommen die drei Konzerne derzeit auf einen Wert von rund einer Milliarde Euro. EM hat für dieses Jahr nach dem geplanten Verkauf des TV-Rechtehandels rund 215 Millionen Euro Umsatz und 13 Millionen Euro Vorsteuergewinn angekündigt.

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