Sportgeschäfte freuen sich: Schneemassen gut für Skiverkauf

- München - Während die Republik im Schnee versinkt, reibt sich Werner Haizmann die Hände. "Das ist doch toll, was da draußen abgeht", sagt der Präsident des Verbands Deutscher Sportfachhandel. Er freut sich über jede Flocke, die fällt, kurbelt sie doch das Geschäft mit Wintersportgeräten und -bekleidung an. Im Vorfeld der Fachmesse Ispo Winter 2005 zeigt sich die Branche deswegen nach einem durchwachsenen letzten Jahr zuversichtlich.

<P>"Der Kunde glaubte 2004 noch nicht an einen Wirtschaftsaufschwung", sagt Haizmann. Die Folge war ein erneuter Umsatzeinbruch für die Sporthändler um zwei Prozent auf 6,97 Milliarden Euro. Allerdings nahm die Einkaufslust zum Jahresende wieder zu. Das Weihnachtsgeschäft sei gut gelaufen und wegen des momentanen Wintereinbruchs hofft der Verbandspräsident nun auch auf gute Umsätze im Februar und März: "Wir sind optimistisch, dass sich die Konsumstimmung wieder aufhellt."<BR><BR>Über den frischen Schnee freuen sich auch die Skihersteller. "Hätte es im Januar nicht so stark geschneit, wäre der Abverkauf richtig schlecht gewesen", sagt der Geschäftsführer von Adidas-Salomon, Armin Fuchs. Er geht davon aus, dass deutschlandweit bis zum Ende der Saison im März 540 000 Paar Ski über die Ladentheke gehen, was in etwa dem Vorjahresniveau entspräche. Das wäre als Erfolg zu werten, sagt Fuchs, sei doch der Absatz im Vorjahr um sechs Prozent eingebrochen.<BR><BR>Nicht so gut sieht es allerdings bei den Snowboards aus. Seit zwei Jahren schrumpft der Markt für die einstige In-Sportart. Dieses Jahr werden voraussichtlich mit 70 000 Brettern 3000 weniger an die hauptsächlich jugendlichen Fahrer abgesetzt. Dazu meint Adidas-Salomon-Chef Armin Fuchs: "Snowboarden ist nicht mehr so im Trend."<BR><BR>Was stattdessen im Wintersport angesagt ist, zeigen ab Sonntag über 1700 Aussteller auf der Ispo Winter. Neben ungewöhnlichen Neuheiten wie einem Schlitten mit Stoßdämpfern werden vor allem zwei Themen die Messetage bis Mittwoch bestimmen: Frauen und Walking.<BR><BR>"Der Sport steht im Zeichen der Frau", sagt Armin Fuchs. So gebe es mittlerweile spezielle Ski in Leichtbauweise, die auch ohne muskelbepackte Oberarme zum Lift getragen werden können. Zudem berücksichtigen die Hersteller von Bekleidung verstärkt das spezifische Temperaturempfinden mancher weiblicher Wintersportler: So sorgen neue Materialien für kuschelige Wärme im Skischuh, während obenrum eine Akku-betriebene Heizung gegen den Frost schützt.<BR><BR>Immer höher im Kurs steht bei den Deutschen Nordic Walking - auch in den kälteren Monaten. "Der Gesamtmarkt boomt mit einem Zuwachs von 45 Prozent", sagt Andreas Soeffker vom Bekleidungsspezialisten Falke. Auf der Winter-Ispo wird neben speziellen Schuhen vor allem Ausrüstung gezeigt, die funktionell und modisch zugleich ist.</P>

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