Sportwetten: Gericht verhandelt über Freigabe

- München - Wettfirmen und Medienkonzerne stehen in den Startlöchern. Das Bundesverfassungsgericht verhandelt von morgen an über eine Liberalisierung des Markts für Sportwetten in Deutschland, der bisher weitgehend in staatlicher Hand ("Oddset") ist.Eine schrittweise Liberalisierung sei überfällig, meint Marcus Meyer vom größten privaten Sportwettenanbieter Betandwin. Um den Spieltrieb der Menschen zu kontrollieren, sei kein staatliches Monopol notwendig.

Dies könne auch über Regeln bei der Vergabe von Lizenzen erfolgen. Nach seiner Schätzung könnte der Markt für Sportwetten nach einer Teil-Liberalisierung von zuletzt 1,5 auf 5 bis 6 Milliarden Euro anwachsen. "Davon könnte auch Oddset profitieren." Betandwin selbst ist nicht auf eine Karlsruher Entscheidung angewiesen, weil es mit einer alten DDR-Lizenz arbeitet.

Eine Münchner Buchmacherin will in Karlsruhe das Recht zur Veranstaltung von Oddset-Sportwetten durchsetzen. Die staatlichen Monopolisten bremsten den Spieltrieb nicht, sondern würden stattdessen mit Fernsehspots und Stadionbandenwerbung kräftig um neue Wettkunden buhlen. Auch Meyer sagt: "Die Spielleidenschaft der Bürger diente seit der ersten Stunde immer auch zur Steigerung staatlicher Einnahmen."

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