+
Die Nummer eins im Geschäft mit Musik aus dem Netz wählte für den Börsengang den ungewöhnlichen Weg einer Direktplatzierung, Foto: Richard Drew

Aktie sackte ab

Spotify steckt trotz Zuwachs Abo-Kunden tief in roten Zahlen

Die ersten Quartalszahlen von Spotify nach dem Börsengang enttäuschen die Anleger. Gewinne sind nicht in Sicht, die Aktie sackte am Donnerstag ab. Eine wichtige Kennzahl in der Bilanz fiel aber positiv aus.

New York (dpa) - Der Musikstreaming-Marktführer Spotify hat im vergangenen Quartal fünf Millionen zahlende Abo-Kunden hinzugewonnen und steckt trotzdem weiterhin tief in den roten Zahlen fest.

Das schwedische Unternehmen legte am Mittwoch seine ersten Quartalszahlen seit dem Börsengang vor - und den Anlegern gefiel nicht, was sie sahen. Die Aktie verlor am Donnerstag zeitweise über zehn Prozent, obwohl die Zahlen ziemlich im Rahmen der Spotify-Prognosen lagen.

Spotify hat nun 75 Millionen Abo-Kunden und insgesamt 170 Millionen monatlich aktive Nutzer. Der Umsatz stieg im ersten Quartal im Jahresvergleich um 26 Prozent auf 1,14 Milliarden Euro. Der durchschnittliche Erlös pro Nutzer sank derweil um 14 Prozent. Das liege unter anderem an der Popularität günstigerer Familien- und Studententarife, hieß es.

Die Abo-Gebühren machen mit 1,04 Milliarden Euro nach wie vor den Löwenanteil des Spotify-Geschäfts aus. Die werbefinanzierte Gratis-Version sieht die Firma aber als wichtiges Instrument, um Nutzer überhaupt erst einmal auf die Plattform zu bekommen.

Spotify ist die Nummer eins im weltweiten Geschäft mit dem Musikstreaming, bei dem Songs direkt aus dem Netz abgespielt werden. Apple folgt mit zuletzt rund 40 Millionen Abo-Kunden - der iPhone-Konzern verzichtet auf eine Gratis-Variante. Für das laufende Quartal rechnet Spotify mit 79 bis 83 Millionen Abo-Kunden bei insgesamt bis zu 180 Millionen Nutzern.

Unterm Strich gab es einen Verlust von 169 Millionen Euro nach roten Zahlen von 173 Millionen im gleichen Vorjahresquartal. Bisher gilt Streaming grundsätzlich als Verlustgeschäft - aber für Rivalen wie Apple oder Amazon ist das kein großes Problem, weil sie genug Geld in ihren anderen Geschäftsbereichen machen.

Spotify war Anfang April an die Börse gegangen und die Aktie mit einem Kurs von 165,90 Dollar gestartet. Im nachbörslichen Handel am Mittwoch sackte sie auf gut 156 Dollar ab.

Spotify zum Geschäft im vergangenen Quartal

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ukraine-Konflikt: EU fällt Entscheidung über Wirtschaftssanktionen gegen Russland
Lässt sich Russland von Sanktionen der EU beeindrucken? Die jüngsten Ereignisse an der Meerenge von Kertsch deuten nicht darauf hin. Die EU-Staaten wollen allerdings …
Ukraine-Konflikt: EU fällt Entscheidung über Wirtschaftssanktionen gegen Russland
Moderate Einbußen im Dax nach EZB-Beschlüssen
Frankfurt/Main (dpa) - Die Beschlüsse der Europäischen Zentralbank (EZB) haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Donnerstag relativ kalt gelassen.
Moderate Einbußen im Dax nach EZB-Beschlüssen
Bahn-Tarifkonflikt schwelt weiter
Nicht nur am Bahnsteig, auch bei Tarifverhandlungen der Bahn gilt: Manchmal dauert es. Seit Tagen wird verhandelt - das birgt Unsicherheit für alle, die Reisepläne haben.
Bahn-Tarifkonflikt schwelt weiter
Burger King jagt McDonald‘s mit Monopoly-Trick die Kunden ab
Burger King attackiert mit einem genialen Marketing-Coup die Konkurrenz von McDonald‘s und verspricht Gratis-Burger - aber vorher müssen die Kunden zu McDonald‘s.
Burger King jagt McDonald‘s mit Monopoly-Trick die Kunden ab

Kommentare