Springer zieht Angebot zurück

- Berlin - Die Axel Springer AG hat ihr Angebot an das Bundeskartellamt über einen Verkauf des TV-Senders ProSieben zurückgezogen. Das teilte das Unternehmen am Montag in Berlin mit. Springer könne ProSieben entgegen der Forderung des Kartellamtes nicht vor der Übernahme der gesamten ProSiebenSat.1 Media AG verkaufen.

Das Medienhaus habe daher entschieden, das Angebot zurückzuziehen. Springer ("Bild", "Die Welt") erwarte nun eine Untersagung des Bundeskartellamts. Anschließend werde das Unternehmen alle Rechtsmittel und Optionen prüfen.

Springer hatte im August 2005 den Kauf der ProSiebenSat.1-Gruppe angekündigt, die von Finanzinvestoren um den Amerikaner Haim Saban gehalten wird. Die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) hatte die Übernahme mit der Begründung verboten, damit würde Springer eine zu große Meinungsmacht erlangen. Das Kartellamt hatte ebenfalls eine Ablehnung in Aussicht gestellt.

Springer hatte in der vergangenen Woche angeboten, ProSieben nach einer Übernahme der Gruppe zu verkaufen. Das Kartellamt hatte aber zur Bedingung gestellt, zuvor ProSieben herauszulösen. Für eine Ausgliederung von ProSieben wären umfangreiche Verhandlungen mit Saban notwendig gewesen. Am Freitag hatten die Landesmedienanstalten das KEK-Veto kritisiert und für den Fall eines neuen Springer-Antrags eine Revision signalisiert.

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