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Wegen hoher Spritpreise: Frau fährt mit Pferdekutsche zur Arbeit

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Von: Lisa Mayerhofer

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Sie sparen Benzin: Maria Dluhosch auf Vandy sowie Stephanie Kirchner und ihr Mitarbeiter Thyson Saam im Planwagen, gezogen von Florus und Denny.
Sie sparen Benzin: Maria Dluhosch auf Vandy sowie Stephanie Kirchner und ihr Mitarbeiter Thyson Saam im Planwagen, gezogen von Florus und Denny. © Robin Klöppel

Die Spritpreise sind in den vergangenen Monaten explodiert. Eine Frau aus Hessen setzt nun auf ein eher altertümliches Fortbewegungsmittel, um Spritkosten zu sparen.

Oberweyer – Es ist wie eine Szenerie aus einem Western: Eine Frau fährt mit einem Planwagen, der von zwei Pferden gezogen wird, zur Arbeit. Doch Stephanie Kirchner, Inhaberin des Reiterhofes „3 D Reitspass“ im hessischen Oberweyer, will vor allem den hohen Spritpreisen entgehen. Sie fährt nun mit der Kutsche oder reitet auf einem Pferd zur Arbeit, wie die Frankfurter Neue Presse berichtet.

Mit dem Pferd zur Arbeit: Spritkosten sparen

Kirchner muss sowieso täglich ihre eigenen zehn Pferde sowie weitere 15 von Zahlgästen eingestellte Pferde bewegen, berichtet die Zeitung. Da könne sie auch gleich mit der Kutsche oder auf dem Pferderücken von daheim zur Arbeit nach Oberweyer reiten und abends wieder zurück. Dabei sei die einfache Strecke 6,4 Kilometer lang. Nach eigener Rechnung habe sie schon im ersten Monat hunderte Euro an Benzin eingespart.

„Ich habe auch schon mit dem Planwagen meinen Praktikanten heim gefahren“, sagte Kirchner. Nur zwei Mal in der Woche müsse sie das Auto nehmen, um Wasser für die Tiere zum Hof zu transportieren. Aber auch das will sie künftig anders organisieren, berichtet die Frankfurter Neue Presse. Denn: Ihr Auto verbrauche auf 100 Kilometer 13,5 Liter Sprit.

„Natürlich ist es sinnlos, sich extra zum Benzinsparen ein Pferd zu kaufen“, sagte Kirchner der Zeitung. Aber wenn man sowieso schon Pferde habe, dann könne man sie auch als Fortbewegungsmittel nutzen. Auf dem Pferderücken sei die 33-Jährige nicht wesentlich langsamer als mit dem Auto: Eine Viertelstunde fährt sie mit dem Auto nach Hause, mit dem Pferd im Galopp dauert es laut Kirchner 40 Minuten.

Spritpreise so stark gestiegen wie noch nie

Tatsächlich sind laut Statistischem Bundesamt die Spritpreise im März stärker gestiegen als während der beiden Ölkrisen 1973/1974 und 1979/1980 sowie der Finanzmarktkrise 2008/2009. Im März mussten Verbraucher an den Tankstellen durchschnittlich 41,9 Prozent mehr für Superbenzin und 62,6 Prozent mehr für Diesel zahlen als ein Jahr zuvor. Kraftstoffe insgesamt verteuerten sich um 47,4 Prozent. Mit Material der dpa

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