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Elektronische Kurstafel: Der SSE Index der Shanghaier Börse ist der wichtigste in China.

Index für chinesische Aktien

SSE Index in Shanghai: Der wichtigste Aktienindex Chinas

  • vonCarolin Schulz-Osterloh
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Der SSE Composite Index der Börse von Shanghai bildet den chinesischen Aktienmarkt ab. In der Vergangenheit hatten immer wieder auch politische Ereignisse Einfluss auf dessen Entwicklung.

Am 13. Juni 2001 erreichte der chinesische Shanghai Stock Exchange Composite Index (SSE Composite Index) mit 2.242 Punkten einen neuen Höchststand. Innerhalb von nur sechs Jahren war der Aktienindex um über 570 Prozent gestiegen. Ursache dafür war die sogenannte New-Economy-Euphorie. Nachdem die auf diese Weise entstandene Dotcom-Blase geplatzt war, stürzte der SSE Composite Index dramatisch ab. Den Tiefpunkt dieser Entwicklung, bei dem sich der Wert des SSE Composite Index mehr als halbierte, war im Juli 2005 erreicht. Danach entwickelte sich der fernöstliche Aktienindex wieder stetig nach oben.

Der SSE Composite Index: Die Geschichte des Aktienindex

Shanghai ist traditionell eine Geschäfts- und Finanzmetropole in Fernost. Nach Gründung der Volksrepublik China führte sie über Jahrzehnte ein Schattendasein. Doch mit Beginn der Reformen erwachte ihr Geschäftssinn wieder, und damit auch der Finanzplatz Shanghai.

Die Geschichte des chinesischen Aktienindex hängt daher eng zusammen mit der privatwirtschaftlichen Öffnung des Landes. Am 19. November 1990 wurde die Shanghaier Börse offiziell gegründet. Am 15. Juli 1991 wurde erstmals die Notierung des neuen SSE Composite Index veröffentlicht. Die Führung der kommunistischen Partei Chinas genehmigte ein Jahr später unter dem Reformer Deng Xiaoping die Ausweitung des Aktienhandels an der Shanghaier Börse. Zu diesem Zweck schaffte er die Begrenzung der Kursbewegungen auf nur fünf Prozent ab. Seit dieser Zeit zeigt der SSE Composite Index eine so aussagekräftige Entwicklung wie die Indizes kapitalistischer Länder. Er spiegelt jedoch auch politische Interventionen wider.

Der SSE Composite Index: Die Zusammensetzung des Aktienindex

Der chinesische Index listet sämtliche Aktiengesellschaften auf, die an der Schanghaier Börse notieren. Gegenwärtig sind knapp 1.500 Aktien an diesem Handelsplatz gelistet. Dabei berücksichtigt die Zusammensetzung des SSE Composite Index sowohl die A- als auch die B-Aktien. Bei A-Aktien handelt es sich um Werte, die ausschließlich in der chinesischen Landeswährung handelbar sind. Dabei dürfen nur chinesische Staatsangehörige oder Ausländer, die den Status als Qualified Foreign Institutional Investor besitzen, diese Werte kaufen und verkaufen. Dagegen sind B-Aktien von Ausländern frei handelbar; Transaktionen mit diesen Werten werden in US-Dollar ausgeführt.

Aktiengesellschaften aus der Finanzbranche sowie dem Industriesektor machen zusammen knapp die Hälfte des Gesamtgewichts des SSE Composite Index aus.

Im Einzelnen sind unter anderem die folgenden Werte in diesem Aktienindex vertreten:

  • Bank of Bejing
  • Bank of China
  • China Everbright Bank
  • China Shipbuilding Industry
  • Founder Securities
  • Hua Xia Bank
  • Offshore Oil Engineering
  • Shanghai Oriental Pearl Media

Der SSE Composite Index: Die Entwicklung

Die Börsenkurse in Shanghai sind durch eine hohe Volatilität und ein stetes auf und ab gekennzeichnet, das teilweise - nicht immer - auch auf politische Entscheidungen zurückzuführen war.

An seinem ersten Handelstag, dem 15. Juli 1991, eröffnete der SSE Composite Index mit seinem Basiswert 100. Nur knapp zwei Jahre später im Mai 1992 hatte der Aktienindex seinen Wert verzehnfacht. Anschließend kam es zu einer Talfahrt, bei dem der Aktienindex über 70 Prozent an Wert einbüßte. Diese negative Entwicklung war durch eine mangelnde Kapitalisierung des Marktes begründet. Durch ein Eingreifen der Zentralbank, die neuartige Investmentfonds genehmigte, konnte eine Konsolidierung erreicht werden, und es ging wieder bergauf.

Nur zwei Jahre später kam es zu einer ähnlichen Krise. Die Wertpapierhandelsaufsicht ging gegen Kursmanipulationen vor, und die Regierung verbesserte die Rahmenbedingungen für den Wertpapierhandel. Danach stabilisierten sich die Börse von Shanghai und damit auch der SSE Composite Index. Anschließend machte der Aktienindex im Wesentlichen die Entwicklungen durch, wie sie an allen großen Börsenhandelsplätzen zu beobachten waren und sind. So kam es beispielsweise durch das Platzen der Dotcom-Blase zu großen Verlusten, ebenso wirkte sich die Finanzkrise des Jahres 2007/2008 sehr negativ auf den Aktienindex aus. Auf dem Höhepunkt dieses Einbruchs kam es am 19. Februar 2008 zu einem Einbruch von knapp 17 Prozent und damit dem höchsten Tagesverlust der Geschichte.

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