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Die schwer angeschlagenen Bank Hypo Real Estate soll schnellstmöglich vollständig verstaatlicht werden.

Zügige Kapitalerhöhung nach turbulenter Hauptversammlung erwartet

Staat will HRE möglichst schnell komplett übernehmen

München - Nach der turbulenten Hauptversammlung der Hypo Real Estate soll die schwer angeschlagenen Bank möglichst schnell vollständig verstaatlicht werden.

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Die am späten Dienstagabend gegen den heftigen Widerstand der Kleinaktionäre genehmigte Kapitalerhöhung, die dem Bund einen Anteil von 90 Prozent bringen soll, werde unverzüglich beim Amtsgericht München angemeldet, erklärte ein Banksprecher am Mittwoch. Mit der Kapitalerhöhung bereitet der Bund eine komplette Übernahme der HRE vor. Nach der Eintragung der Kapitalerhöhung solle die Zeichnung der neuen Aktien durch den Bund und die Übertragung der Anteile folgen, sagte HRE-Sprecher Walter Allwicher. Das ganze werde wohl zügig ablaufen. Das Amtsgericht München muss die Eintragung der Kapitalerhöhung prüfen. Wegen des speziell für die HRE erlassenen Rettungsübernahmegesetzes wird diese voraussichtlich schneller als im Normalfall erfolgen, wie eine Sprecherin erklärte. Sofern der Beschluss zur Kapitalerhöhung nicht offensichtlich nichtig sei, müsse er unverzüglich eingetragen werden.

Zum vom staatlichen Bankenrettungsfonds SoFFin angekündigten Squeeze-Out-Verfahren, bei dem die Altaktionäre gegen eine Barabfindung aus dem Unternehmen gedrängt werden, äußerte sich die HRE nicht. Dies sei Sache der Anteilseigner. Vom Bankenrettungsfonds SoFFin war am Mittwoch zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Aktionärsschützer behalten sich rechtliche Schritt vor

Angesichts des heftigen Widerstands der Altaktionäre gegen die Pläne des Bundes gelten Klagen gegen die Kapitalerhöhung oder das Squeeze-Out als wahrscheinlich. Ein Sprecher des größten Altaktionärs - einer Investorengruppe um den US-Investor Christopher Flowers - sagte am Mittwoch, man halte sich alle Optionen offen. Die Kritik der Investoren richte sich vor allem gegen das geplante Squeeze-Out-Verfahren. Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) betonte, man behalte sich ebenfalls rechtliche Schritte vor - derzeit aber sei noch nichts Konkretes geplant.

Bei der Hauptversammlung hatte es am Dienstag tumultartige Szenen gegeben. Die Kleinaktionäre hatten ihrer Empörung mit Pfeifkonzerten, Buhrufen und Sprechchören Luft gemacht. SoFFin-Chef Hannes Rehm wurde niedergebrüllt, als er vor den 1.900 versammelten Anlegern die Verstaatlichung verteidigte.

ap

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