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Könnte Schlecker mit staatlicher Finanzhilfe gerettet werden?

Bekommt Schlecker Finanzhilfe vom Staat?

Stuttgart - Staatliche Hilfe für den Drogerieriesen Schlecker rückt womöglich näher. Zumindest einen Versuch unternimmt der Insolvenzverwalter - mit Schützenhilfe der Landesregierung.

Staatliche Hilfe für den Drogerieriesen Schlecker rückt womöglich näher. Zumindest einen Versuch unternimmt Insolvenzverwalter Geiwitz - mit Schützenhilfe der grün-roten Landesregierung in Stuttgart.

Stuttgart/Frankfurt (dpa) - Die baden-württembergische Landesregierung wird sich beim Bund für ein KfW-Darlehen für die insolvente Drogeriekette Schlecker stark machen. Das teilte das Finanz- und Wirtschaftsministerium am Freitag in Stuttgart mit und bestätigte damit entsprechende Medienberichte. Eine Anfrage sollte noch am Freitag oder zu Beginn der Woche nach Berlin gehen.

Dem Vernehmen nach geht es um ein Volumen von 70 bis 75 Millionen Euro, mit der Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz eine Transfergesellschaft für die rund 12 000 Mitarbeiterinnen der Kette finanzieren könnte, die ihre Arbeitsplätze verlieren sollen. In einer solchen Gesellschaft könnten den Beschäftigten mit Hilfe der Agentur für Arbeit Jobangebote vermittelt werden. Im Fall Schlecker sind wahrscheinlich Mitarbeiterinnen in allen Bundesländern betroffen.

„Unser Engagement gilt den betroffenen Mitarbeiterinnen, nicht Anton Schlecker“, erklärte Minister Nils Schmid (SPD). Die staatliche KfW-Bankengruppe mit Sitz in Frankfurt unterstützt an sich Mittelständler mit Krediten - diese dürfen aber keine Sanierungsfälle oder insolvent sein, wie ein Sprecher sagte. Zudem gilt bei den regulären Förderprogrammen eine Umsatz-Höchstgrenze von 500 Millionen Euro.

Von Geiwitz selbst war am Freitag zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Der Insolvenzverwalter hatte aber angekündigt, Anfang April mit schwarzen Zahlen in das dann eröffnete Insolvenzverfahren starten zu wollen. Geiwitz' Team verhandelt mit der Gewerkschaft Verdi und Schlecker-Betriebsräten derzeit über einen Sozialplan. Zudem prüfen die Arbeitnehmervertreter bis Anfang kommender Woche Listen der rund 2400 Filialen, die geschlossen werden sollen.

In Ausnahmefällen kann die KfW im Auftrag der Bundesregierung Darlehen vergeben - wie etwa im Fall Opel. Der Autobauer hatte 2009 einen Überbrückungskredit von 1,5 Milliarden Euro erhalten, der je zur Hälfte vom Bund und den vier betroffenen Bundesländern getragen wurde. Der Handelskonzern Arcandor hingegen war 2009 mit Anträgen auf Staatshilfe gescheitert und stellte am nächsten Tag einen Insolvenzantrag.

dpa

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