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Alte Kulturschätze – doch in der Gegenwart sieht es für Griechenland düster aus.

Staatsanleihen

Was Anleger jetzt beachten müssen

Die Herabstufung der Bonität von Griechenland erschüttert die Eurozone. Droht ein Staatsbankrott? Sind Staatsanleihen noch sicher? Experten sehen die Sache eher gelassen.

Das vernichtende Urteil lautet: BBB+. Diesen Spruch hat die Ratingagentur Fitch über Griechenland gefällt. Auch die Rating-Kollegen von Standard & Poor’s und Moody’s planen ähnliche Sanktionen für den disziplinlosesten unter den Euro-Haushaltssündern. Was aber bedeutet das konkret?

In leicht voneinander abweichenden Buchstabenkombinationen bewerten Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit von Unternehmen und Staaten. Eine ist bei allen gleich. AAA steht für Top-Sicherheit, DDD, DD und D verheißt einen sicheren Zahlungsausfall. Die Notenskala von Moody’s reicht aber nicht so weit. Sie hört bei C (geringe Chance auf Erholung) auf.

Das griechische BBB+ ist immer noch die beste Note mit einem B am Anfang – und damit Mittelfeld. Das ist für Staaten grottenschlecht. Wenn ein Land hinter A- zurückfällt, akzeptiert die EZB dessen Staatsanleihen nicht mehr als Sicherheit für die Geldvergabe an Banken. Aber in der Krise ist die EZB großzügiger, geht bis BBB-. Griechenland ist zwei Stufen besser. Zum Vergleich: Vor der Pleite von Argentinien vergab Fitch ein DDD.

So solide wie VW

Ein Pleitekandidat ist das derzeit wackeligste Mitglied der Euro-Zone aber deshalb noch nicht. BBB+ ist auch exakt die Note, mit der Fitch derzeit unter anderem Volkswagen bewertet. Der Autobauer wird aber an den Märkten nicht gerade als Fall für den Insolvenzrichter gehandelt. Doch muss Griechenland, weil es eben nicht mehr so sicher ist, schon seit geraumer Zeit höhere Zinsen für seine Staatsschulden zahlen – 2,5 Prozent mehr als beispielsweise Deutschland. Das belastet, weil die hohe Schuldenlast damit noch schwerer wiegt.

Inflation frisst Rendite

Wenn Staaten Schulden machen, holen sie sich das Geld von Geldanlegern: Sie geben Anleihen aus. Wenn deren Zinsen steigen, ist es gut für Anleger mit gewissem Hang zum Risiko: Während sichere deutsche Staatsanleihen gerade mal das abwerfen, was die Inflation wieder wegfrisst, bleibt bei Griechenland auch real eine Rendite in der Größenordnung von zwei bis drei Prozent.

„Es ist ein Niveau, wo es reizvoll wird“, sagt Zins- und Devisen-Experte der Unicredit, Michael Rottmann. Allerdings nicht für jeden, findet er. „Wer Zweifel hat, ob Griechenland es schafft, kann es vergessen.“ Rottmann selbst hat diese Zweifel allerdings nicht. Es ist seiner Einschätzung nach nicht einmal sicher, ob Griechenland Hilfe braucht. Und wenn doch, kann er sich kaum vorstellen, dass die Euroländer das Land einfach fallen lassen. Sein Fazit: „Die Sache ist eine Überlegung wert.“

Spanien auf der Kippe

Auch andere Länder müssen künftig mit schlechteren Ratings rechnen. Da ist in erster Linie Großbritannien in Gefahr, das Spitzenrating AAA (tripple A) zu verlieren. Das zumindest überlegt die Agentur Standard & Poor’s. Und auch Analyst Rottmann würde auf Großbritannien „nicht wetten“. Auch die USA stehen derzeit auf dem Prüfstand, doch bezweifelt Rottmann, dass sich die Agenturen zu einer Herunterstufung entschließen könnten. Für ungefährdet hält er außerdem die Bonitäts-Spitzenreiter Deutschland und Frankreich.

Eine Herabstufung durch Standard & Poor’s könnte allerdings Spanien treffen. Das von der Krise besonders gebeutelte Land hat derzeit – wie auch Belgien – noch die zweitbeste Note AA+. Drei Stufen dahinter rangieren mit A+ Italien und Portugal.

Kein EU-Schutzschirm

Wenn ein EU-Land tatsächlich nicht mehr zahlungsfähig ist, ist im EU-Vertrag keine Hilfe vorgesehen. Die Länder müssen auch im Notfall nicht für andere Einspringen. Allerdings ist es ihnen auch nicht verboten. Die Euro-Gruppe werde notfalls handlungsfähig sein, hieß es bereits vor Monaten in Brüssel. Über konkrete Maßnahmen aber wird eisern geschwiegen. Möglicherweise bekommt Griechenland auch Hilfe von außerhalb der EU. Es kursieren bereits Gerüchte über finanzielle Hilfsangebote aus China.

Martin Prem

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