Staatsanwalt fordert neun Jahre Haft für Michael Kölmel

- München - Mit einem Lächeln auf den Lippen hat der einstige Börsenstar Michael Kölmel das Plädoyer der Staatsanwaltschaft zur Kenntnis genommen. Neun Jahre Haft wegen Untreue hat Anklagevertreter Matthias Bühring vor dem Landgericht München I für den Kinowelt-Gründer gefordert. "Der Angeklagte hat sich wiederholt und mit krimineller Energie bereichert und einen exorbitanten Schaden verursacht", sagte der Staatsanwalt.

<P>Die Verteidigung zeigte sich fassungslos über die Höhe der Forderung. Verteidiger Kurt Bröckers räumte lediglich den Vorwurf der Insolvenzverschleppung für die inzwischen Pleite gegangene Sportwelt ein und plädierte für eine Geldstrafe.<BR><BR>Insgesamt wirft die Anklage dem Medienunternehmer 15 Fälle der Untreue sowie Betrug und Insolvenzverschleppung vor. Kölmel soll der mehrheitlich von ihm beherrschten Sportwelt-Beteiligungsgesellschaft illegal Gelder zugeschanzt und rund 30 Millionen Euro in die eigene Tasche gewirtschaftet haben.<BR><BR>Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat Kölmel mehrfach seine kaufmännischen Sorgfaltspflichten verletzt und Aktionäre sowie Öffentlichkeit getäuscht. So soll er am Aufsichtsrat vorbei die Übernahme der Sportwelt durch die Kinowelt betrieben haben. Kinowelt und Sportwelt gingen später Pleite.<BR><BR>Alle Beteiligten hätten Kinowelt und Sportwelt als wirtschaftliche Einheit betrachtet, argumentiert hingegen Kölmel. Er habe doch nur seine Firmen retten wollen. "Die Vorwürfe der Anklageschrift haben mich persönlich tief getroffen." Sein Urteil will das Landgericht am Donnerstag verkünden.<BR></P><P> </P><P> </P>

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