Ermittlungen: Karibik-Skandal bei Siemens?

München - Die mehrere Jahre zurückliegende Schmiergeldaffäre bei Siemens beschäftigt noch immer die Justiz. Mitarbeiter sollen laut eines Medienberichts Aufträge von karibischen Klinikbetreibern ergattert und getarnt haben.

Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth ermittelt nach Informationen des Nachrichtenmagazins “Spiegel“ gegen drei Siemens-Mitarbeiter der Sparte Medizintechnik. Sie stehen danach unter dem Verdacht der Untreue, Bestechung und Bildung schwarzer Kassen. Mit Zahlungen sollen sie Aufträge von karibischen Klinikbetreibern ergattert und diese anschließend als Provisionen getarnt haben. Auslöser für die Ermittlungen war dem “Spiegel“ zufolge eine Verdachtsanzeige des Finanzamtes.

Das Unternehmen äußere sich nicht zu laufenden Untersuchungen, sagte ein Siemens-Sprecher am Sonntag auf Anfrage. Man arbeite eng mit der Staatsanwaltschaft zusammen. Die Behörde habe das Unternehmen im Juli diesen Jahres über eine Untersuchung gegen mehrere Mitarbeiter informiert, teilte Siemens bereits in seinem Quartalsbericht in der vergangenen Woche mit. Danach stehen die Untersuchungen im Zusammenhang mit sogenannten Healthcare-Geschäften in der Karibik. Die Staatsanwaltschaft war am Sonntag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Die Schmiergeldaffäre hatte bei Siemens vor zwei Jahren fast die gesamte Konzernspitze hinweggefegt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Post mit Millionen erfundenen Briefen betrogen
Bonn/Frankfurt (dpa) - Die Deutsche Post ist mit Millionen erfundenen Briefen betrogen worden. Die Staatsanwaltschaft ermittele in dem Fall, sagte ein Postsprecher.
Post mit Millionen erfundenen Briefen betrogen
Noch 30 "technische Risiken" in BER-Fluggastterminal
Berlin (dpa) - In dem noch nicht fertiggestellten Fluggastterminal des neuen Hauptstadtflughafens BER in Schönefeld bestehen derzeit etwa 30 "technische Risiken" von …
Noch 30 "technische Risiken" in BER-Fluggastterminal
Post bei Brief-Rabattzahlungen um bis zu 100 Millionen Euro betrogen
Die deutsche Post ist offenbar um eine hohe Millionensumme betrogen worden. Es geht um Rabattzahlungen bei gebündelten Briefen. Drei Beschuldigte sitzen bereits hinter …
Post bei Brief-Rabattzahlungen um bis zu 100 Millionen Euro betrogen
Flughafen BER: Noch 30 „technische Risiken“ in Fluggastterminal
Nach elf Jahren Bauzeit werden die Mängel am Hauptstadtflughafen BER nach und nach beseitigt. Aktuell sollen im Fluggastterminal noch 30 „technische Risiken“ bestehen.
Flughafen BER: Noch 30 „technische Risiken“ in Fluggastterminal

Kommentare