Staatsanwaltschaft legt nach Mannesmann-Freisprüchen Revision ein

- Düsseldorf - Nach den Freisprüchen im Düsseldorfer Mannesmann-Prozess wird die Staatsanwaltschaft vor den Bundesgerichtshof nach Karlsruhe ziehen. Die Anklage werde Revision einlegen, kündigte die Sprecherin der Behörde, Simone Kämpfer, an.

Am Donnerstag waren Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und alle übrigen Angeklagten vom Vorwurf der Untreue oder der Beihilfe dazu freigesprochen worden. Das Düsseldorfer Landgericht hatte die Tatvorwürfe der schweren Untreue im Zusammenhang mit den Millionenprämien bei der Übernahme durch Vodafone als nicht erwiesen angesehen. Allerdings kritisierte das Gericht Verstöße gegen das deutsche Aktienrecht und warf Ackermann eine "gravierende Pflichtverletzung" vor. <P>Neben Ackermann verließen auch Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser und der ehemalige IG-Metall-Chef Klaus Zwickel den Gerichtssaal nach einem halben Jahr Verhandlungsdauer straffrei. Die Staatsanwaltschaft hatte für die Angeklagten bis zu drei Jahre Haft zum Teil ohne Bewährung gefordert. Für Ackermann verlangte sie zwei Jahre Haft auf Bewährung.</P><P>Die Vorsitzende Richterin Brigitte Koppenhöfer hatte festgestellt, die umstrittenen Millionenprämien an Top-Manager hätten nicht im Unternehmensinteresse von Mannesmann gelegen und verstießen gegen das Aktiengesetz. So sei der Bonus für Esser von etwa 15 Millionen Euro eine doppelte Zahlung, weil die von ihm erbrachte Leistung bereits mit der festen Vergütung abgegolten worden sei. Darin sei aber keine strafrechtliche Verantwortung zu sehen. Esser hatte einschließlich der vertraglichen Vergütungen rund 30 Millionen Euro erhalten.</P><P>Auch die Sonderzuwendung für den ebenfalls angeklagten ehemaligen Aufsichtsratschef Joachim Funk sei ein Verstoß gegen das Aktiengesetz gewesen. Dabei sei von einer "gravierenden Pflichtverletzung" von Ackermann und Zwickel auszugehen. Beiden habe aber die Einsicht gefehlt, Unrechtes zu tun, weil ihnen Wirtschaftsprüfer und Aktienrechtler die Rechtmäßigkeit der Prämien bescheinigten.</P>

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