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Horst Seehofer hat für Donnerstagabend eine Sondersitzung des Kabinetts einberufen.

Bayern will Quelle den Winterkatalog bezahlen

München - Die bayerische Staatsregierung will dem insolventen Versandhaus Quelle das nötige Geld zum Druck des Winterkatalogs beschaffen.

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Bayern sagt Quelle Staatshilfen zu

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) berief für Donnerstagabend eine Sondersitzung des Kabinetts ein, um über Soforthilfe für Quelle zu beraten. “Wir wollen alle Möglichkeiten ausloten, um die Arbeitsplätze zu erhalten“, sagte Seehofer am Donnerstag in München. Quelle braucht nach Angaben aus Regierungskreisen zwischen 20 und 50 Millionen Euro für den Druck des Katalogs, ohne den Quelle den Versandhandel nicht betreiben kann. Quelle hat wegen der Pleite des Mutterkonzerns Arcandor Probleme, an Kredite zu kommen.

“Die Wirtschaftskrise zeigt zunehmend Wirkung auch in Bayern“, sagte Seehofer in der Plenardebatte des Landtages. “Quelle hat zehntausend Arbeitsplätze in Deutschland, der Großteil davon in Bayern.“ Bei der Kabinettssitzung soll beraten werden, ob eine Bürgschaft oder ein Kredit notwendig ist. “Das wird fieberhaft beraten“, sagte Seehofer am Rande der Landtagssitzung. Auch der Insolvenzverwalter soll an dem Kabinettstreffen teilnehmen und den Ministerrat informieren. “Was man konkret an Hilfe angehen kann und darf, kann man erst im Lichte dieser Unterrichtung festlegen“, sagte Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) auf Anfrage. “Das Entscheidende bei Quelle ist, dass ein Fortführungskonzept gar nicht möglich ist, wenn der Katalog nicht gedruckt wird“, sagte Zeil.

Derzeit laufen Gespräche mit den Banken. Nach Angaben informierter Kreise hätte Quelle den Druckauftrag bereits in dieser Woche vergeben wollen. Wegen der Insolvenz des Arcandor-Konzerns ist der Fahrplan aber durcheinandergeraten. Die Zeit drängt: Der Druckauftrag müsse bis spätestens Anfang nächster Woche vorliegen, hieß es weiter. Quelle sei von großer Bedeutung für die bayerische Wirtschaft, sagte CSU-Fraktionsvize Karl Freller. “Diese Quelle ist auch für Bayern eine Quelle.“ Das Fürther Versandhaus habe 700 Zulieferbetriebe im Freistaat. “Nach amazon und eBay ist Quelle inzwischen auf Platz drei im Internethandel“, sagte Freller. “Da ist Substanz da.“

Die Landtags-SPD forderte “umgehende und konkrete Hilfe für das Traditionsunternehmen“. Die Staatsregierung müsse sofort ihre Zusage einlösen, die Finanzierung des Katalogdrucks sicherzustellen, sagte Fraktionsvize Thomas Beyer. Die Staatsregierung müsse außerdem kurzfristig Maßnahmen einleiten, “damit Quelle seinen Geschäftsgang aufrechterhalten“ könne. Unterdessen bekräftigte der Arcandor-Konkurrent Otto, Quelle nicht übernehmen zu wollen. “Wir glauben nicht, dass die Sanierung von Quelle erfolgreich möglich ist“, sagte Otto-Chef Hans-Otto Schrader in Hamburg. Für den Umbau eines Versandhandelsunternehmens seien drei bis fünf Jahre erforderlich; diese Zeit habe Quelle nicht. Dagegen wäre Otto durchaus an anderen Teilen des Arcandor-Konzerns interessiert, sagte Schrader, ohne näher auf Einzelheiten einzugehen.

dpa

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